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Museum

24 Stunden am Hamburger Hafen

Quelle: pexels.com

Am 13. Mai hat die Mixed-Reality-Erlebniswelt „Discovery Dock“ am Kaiserkai in unmittelbarer Nähe zur Elbphilharmonie eröffnet. Das Museum lässt einen den Hamburger Hafen beispielsweise aus den Augen eines Zollbeamten auf der Suche nach Drogen erleben.

Der Sitz ruckelt, der Joystick wird nach vorne geschoben. Der Greifarm des Containerkrans fährt nach unten. Joystick zur Seite schieben. Der Greifarm fährt geradeaus. Der Sitz ebenfalls, es wird wackelig. Jetzt vorsichtig den Greifarm nach unten fahren und dann ist es geschafft – der Container wird hochgehoben. Nur noch zur richtigen Position auf dem Schiff zurückfahren. Fertig. Nachdem der Container abgestellt wird, gratuliert eine Stimme zum Erfolg und die benötigte Zeit für die Challenge wird einem angezeigt.

Dann setzt man die VR-Brille ab und sieht, dass man sich doch nicht am Hafen befindet, sondern in einem dunklen Raum, in dem an jeder Ecke neue Eindrücke auf einen warten – im Discovery Dock in Hamburg. „See the Unseen“ ist gleich beim Eingang des Museums zu lesen. Die 50-minütige Führung gibt dem Besucher einen Einblick hinter die Kulissen des Herzens unserer Stadt. Das moderne Museum „Discovery Dock Hamburg“ hat an diesem Montag eröffnet und ist schon jetzt eine Touristenattraktion. Für 20€ Eintritt erlebt man den Hafen auf eine ganz neue Weise. Der Hafen ist nun 830 Jahre alt – und trotzdem einer der modernsten Orte Hamburgs und mit seinen Visionen und aktuellen Besonderheiten den anderen Häfen dieser Welt schon einen Schritt voraus.

Die Tour beginnt mit einem Video, wo der Hafen aus den Perspektiven verschiedener Arbeiter vorgestellt wird. „Der Hafen schläft nie“, betont die Erzählerstimme während man einen Zeitraffer von 24 Stunden mit schönen Aufnahmen des Hafens bewundert. 

Nach dem Video geht es in einen Raum, in dem ein großes Hafenmodell und einige Stationen an den Seiten stehen, wo man den Hafen so interaktiv miterleben kann, wie es sonst nur den Arbeitern möglich ist.

Am Hafenmodell in der Mitte des Raumes werden die Schiffsrouten der letzten 24 Stunden aufgezeigt, mit einer modernen Anzeigetafel. Mit tollen Licht- und Toneffekten bekommt man einen Überblick über den gesamten Hafen. 

Zwei Stationen sind mit VR-Brillen ausgestattet und bieten dem Besucher ein ganz besonderes Erlebnis. An der einen Station muss man das oben beschriebene Spiel absolvieren, wo man einen Container verladen muss. Da man sich in einem Stuhl befindet, der sich mitbewegt und man die 360-Grad-Umgebung bewundern kann, fühlt sich das Ganze täuschend echt an und gibt einem das Gefühl, wirklich dort zu sein. 

An der zweiten VR-Station befindet man sich auf einem Kran in einem der größten Trockendocks Europas. Es ist so groß wie drei Fußballfelder, sodass auch die größten Schiffe dort Platz finden können. Hier kann man sich umschauen, indem man mit dem Kran hoch und runter fährt und nebenbei bekommt man über Kopfhörer Infos über solche Trockendocks. 

 Außerdem gibt es eine Station, wo man kleine Container auf ein Scannermodell stellen kann, um zu erfahren, was sich darin befindet. Von Kaffeebohnen über Medikamente bis zu Tennisbällen bekommt man viele Infos zu den angelieferten Waren. Beispielsweise werden pro Sekunde dreizehn Kilogramm Bananen am Hamburger Hafen entgegengenommen. 

„Wir können hier den Hafen erleben und verstehen. Es ist wie eine Hafenrundfahrt, bei der man hinter die Kulissen blicken kann“ erzählt Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher der Mopo bei der Eröffnung des Discovery Docks. „Es wird das Zusammenspiel von Wirtschaft, Technik und Natur dargestellt.“

Zum Schluss gibt es am Hafenmodell noch einen Ausblick in die Zukunft des Hamburger Hafens: Es wird auf erneuerbare Energie gesetzt, Tunnel und Flugdrohnen sollen die Transportwege der schweren Container erleichtern und moderne Unterwasserdrohnen sollen unter anderem die Wasserqualität testen können.

Doch die Station die für die meisten wohl am spannendsten war, ist die, wo man als Zollbeamter Container nach Schmuggelware durchsuchen kann. „Eine Kiste Drogen in einem Container voller Bananen zu finden gehört zu unseren täglichen Herausforderungen“ berichtet Zollbeamte Günther Losse in einem Video. Manche Bananen bestehen, so erzählt er, sogar ganz aus Kokain und so muss man genauestens auf die Suche gehen. 

Von Shiva
 Oskui
Veröffentlicht am 19.05.2019