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WhatsApp

Datensharing – Voll im Trend

Der Messenger-Dienst WhatsApp hat einige Updates in den AGBs veröffentlicht – diese Daten sollen künftig an Facebook weitergegeben werden. „Nächstes Jahr geht’s in den Urlaub nach Mallorca!'' - eine kurze WhatsApp Nachricht an die beste Freundin und im nächsten Moment eine Sonnencreme- und Badematten-Werbung auf Facebook. Nach dem WhatsApp-Kauf durch Facebook im Jahr 2014 hatten das viele schon befürchtet.

Mit der Veröffentlichung der neuen AGB’s wird das in Zukunft tatsächlich möglich. Der Messenger Dienst behält sich nun das Recht vor, persönliche Nutzerinformationen mit Firmen der Facebook-Gruppe zu teilen. Die Gründe dafür seien, Sicherheit und Integrität von WhatsApp und anderen Produkten der Facebook-Gruppe sicherzustellen sowie Services innerhalb des Messengers bereitzustellen. Die Werbeschaltung auf WhatsApp wird von Experten prinzipiell nicht ausgeschlossen. „Man bekommt schon genug Werbeanzeigen auf anderen Social Media Plattformen, da muss WhatsApp jetzt nicht auch noch mitziehen!'', beschwert sich auch Svenja P. über die neuen AGB’s.

Die Daten und Infos, die geteilt werden sollen, sind zum Beispiel der Profilname oder die Telefonnummer  sowie die Informationen zur tatsächlichen Nutzung, also das Datum der Account-Registrierung, letzter Zeitpunkt der Service-Nutzung, Häufigkeiten und Besonderheiten bei der Nutzungszeit und –dauer. Die Konversationen mit Unternehmen werden ebenso registriert, etwa das Interagieren mit Werbeanzeigen, Gerätemodell, Hersteller oder Standorte.

Offenbar sollen die neuen Nutzungsbedingungen die Zusammenarbeit untereinander ausbauen und intensivieren, die Daten aber angeblich nicht für Dritte einsehbar sein. Die Nutzer können weiterhin ungewollte Inhalte problemlos blockieren, dennoch muss den Bedingungen zugestimmt werden, um den Nachrichtendienst weiterhin nutzen zu können.

Eine weitere Veränderung der Richtlinien betrifft das Mindestalter für WhatsApp. In Zukunft müssen die Nutzer laut den neuesten AGB mindestens 16 Jahre alt. Bislang war das Alter zur Nutzung immer 13 Jahre. Mit der Einwilligung eines Elternteils oder erziehungsberechtigten Person soll es aber auch möglich sein, wenn man jünger ist.

Da die Nutzer allerdings vermutlich bei einer Einführung von Werbeanzeigen Sturm laufen würden, wird mit dieser Entwicklung noch behutsam umgegangen. „Wen interessiert es, dass das da drin steht? – Keine Sau'', findet auch YouTube-Star LeFloid. Und auch der Vorgang der Altersüberprüfung bei WhatsApp bleibt erst einmal der gleiche, er ist schlichtweg nicht existent.  Die unter 16 Jährigen müssen also nicht gleich eine Schließung ihres WhatsApp Profils befürchten.

Von Lara Purkopp
Veröffentlicht am 25.04.2018

Lara Purkopp