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Flugchaos

Kabelsalat sorgt für Unmut

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Stromausfall sorgt am Hamburger Flughafen für Chaos. Tausende Reisende waren betroffen und verbrachten die Nacht auf Feldbetten.

Lange Schlangen. Unzufriedene Gesichter. Warten, das hasst doch jeder. Gerade wenn es zum Beispiel in den Urlaub gehen soll. Der Blick auf die Anzeigetafel am Hamburger Flughafen hat am Sonntag vielen Reisenden die Laune verdorben. Die Anzeigetafeln in den Hallen, mit so viel Macht und Einfluss auf so viele Menschen. Tausende standen davor und mussten zusehen, wie sämtliche Flüge gestrichen wurden. Der Grund dafür: ein Stromausfall.

Ein Kurzschluss hat am Sonntag tausende von Menschen am Hamburger Flughafen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Lange Schlangen und schlechte Stimmung waren das Resultat. Aufgrund des Stromausfalls musste der Betrieb eingestellt werden. Erst am Montagmorgen durften die ersten Maschinen wieder fliegen. Großes Aufatmen bei den Wartenden. Vorkommnisse wie diese zeigen uns aufs Neue, wie abhängig die Gesellschaft von einem funktionieren Stromnetz ist. Die Betreiberfirma des Flughafens erklärte nun, wie es zu dem Vorfall kommen konnte.

Es sei zu einem Kurzschluss in der Hauptstromversorgung gekommen, hieß es zunächst. Nun die erklärende Ergänzung: Eine schadhafte Isolierung an einem Kupferkabel habe den Kurzschluss ausgelöst. "Innerhalb unseres eigenen Kraftwerks gibt es mehr Generatoren als gefordert und somit eine Backup-Lösung. Der Kurzschluss traf jedoch mitten ins Herz des Blockheizkraftwerkes, sodass dieses komplett ausgefallen ist und nur noch ein System für das Pistensystem zur Verfügung stand", so Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung am Hamburg Airport. Es ist vorgeschrieben zwei unabhängig voneinander laufende Stromsystme zu betreiben. "Aus Sicherheitsgründen müssen das Hauptstromnetz und der Notstrom gleichzeitig laufen", so Flughafen-Sprecherin Katja Bromm gegenüber dem Spiegel. "Sobald eines der Stromsysteme nicht mehr intakt ist, muss der Flugverkehr eingestellt werden." 

Laut Experten ist es oftmals schwierig, die Ursache des Stromausfalls überhaupt festzustellen. Von außen wirken Kabel funktionstüchtig, sind aber innen defekt. Zudem habe jedes Stromnetz seine sensiblen Stellen. 42 Kabel auf 450 Metern mussten großflächig ausgetauscht werden. Ab drei Uhr morgens am Montag war das Blockheizkraftwerk dann wieder funktionstüchtig.

"Das zeigt uns mal wieder, wie sehr wir von Strom und Elektrik abhängig sind", so Anna-Lena Spethmann. Sie war mit ihrem Freund auf dem Weg in den Kurzurlaub und saß nun am Flughafen fest. Stromnetze an Flughäfen sind äußerst komplexe Systeme. 

"Das einzige was man machen kann, ist Ruhe bewahren und abwarten. Klar nervt einen das schon, gerade wenn es in den Urlaub gehen soll, aber meckern beschleunigt das Ganze dann auch nicht", so Julia Schmidt. Auch sie war auf dem Weg in den Urlaub, aber nahm das Ganze gelassen. Drücken wir den Passagieren die Daumen, dass die 450 Meter neuen Kabel in der nächsten Zeit nicht wieder den Geist aufgeben. Gerade in der kommenden Hauptsaison würde das wohl für sehr viel Unmut sorgen. Stromausfälle legen Flughäfen häufig mal lahm. Auch der größte Flughafen der Welt blieb davor noch nicht verschont. 2017 saßen am Flughafen Atlanta tausende Passagiere im Dunkeln. 

Von Jennifer Fiene
Veröffentlicht am 04.06.2018