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Digitalisierung

Maschinen, unsere besten Feinde

Auf dem diesjährigen DGB Bundeskongress werden viele verschiedene Themen diskutiert, ein wichtiges davon ist die Digitalisierung in der Arbeitswelt.

Samstag nachts, man geht nach dem Partygang, wie gewohnt, noch schnell zur Fast-Food Kette. Wo, wie soll es anders sein, die Bestellung am Automaten aufgegeben wir und nicht wie gewohnt, an einen Mitarbeiter. Wir machen uns nicht viel draus! Richtig unangenehm wir es dann, wenn wir uns in das Taxi setzten, das uns nach Hause fahren soll. Das einzig Ungewöhnliche? Am Steuer sitzt kein Mensch, nein eine Maschine wird mich an diesem Abend nachhause fahren! 

Eine Situation, die in einer absehbaren Zukunft zu unserem Alltag gehören wird. Und was machen dann alle Taxifahrer ? Nicht nur die sind von der immer schnelleren Technologisierung betroffen. Nein, auch andere Branchen, besonders im Fertigungsbereich , werden von der Rationalisierung überrumpelt und irgendwann zurückgelassen.

Auch auf dem diesjährigen DGB Bundeskongress (13.05-17.05) ist eines klar, aufhalten lässt sich die Digitalisierung nicht, also muss man sie möglichst sozial gestalten.

Schöne neue Jobwellen, digitale Bauroboter, die neue Wände hochziehen. Schneller und besser als jeder Bauarbeiter. Keine Kasse mehr nötig gezahlt wird per App. Kein Gang mehr ins Geschäft, der Klick auf der Bestellapp reicht.

Doch ob im Versandgroßhandel oder auf Buchungsplatformen, gerade dort arbeiten viele unter schlechte Bedingungen. Bei der Bertelsmann Stiftung fordert man mit Blick auf Amazon und Co. „Das bedeutet natürlich auch die Rahmenbedingung zu definieren und der Mindestlohn ist so eine Rahmenbedingung.“

67% der Arbeitnehmer so eine Umfrage der Personalberatung von Ernst und Young soll sagen, dass sich ihr Job bereits durch die Digitalisierung geändert hat. Für 16% gehen die Veränderungen sogar so weit, dass sie ihren Arbeitsplatz bedroht sehen. Auf dem DGB Kongress mahnt auch der Bundespräsident, die Arbeitgeber in der digitalen Wirtschaft sich nicht aus der Verantwortung zu ziehen. Der Arbeitsalltag werde flexibler und moderner, müsse dabei aber fair und gesund bleiben. ,,Eltern können etwa früher nach Hause gehen, um mehr Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Dafür klappen sie dann nach der Gutenachtgeschichte den Laptop wieder auf. Immer häufiger wird auf Anwesenheit verzichtet, aber umso mehr Erreichbarkeit gefordert." 

Einen Halt der Digitalisierung der Arbeitswelt wird es nicht mehr geben. Ohne Computer oder computergesteuerten Technik geht in vielen Branchen schon jetzt nichts mehr. Bei Präzisierung und Tempo wird die Maschine immer schneller sein als der Mensch und manche Branchen wird es stärker treffen als Andere. Die Berufsforscher der Agentur für Arbeit bestätigen jetzt schon, dass in allen Berufen der Fertigungstechnik bald 70% der Tätigkeiten von Computern übernommen werden.

Das Problem, welches nun zu lösen gilt - wie geht es in Zukunft weiter? Neben dem Bundespräsidenten, sehen auch viele Experten, dass die Lohnschere zwischen hochqualifizierten und flexiblen Arbeitnehmer und die weniger Qualifizierten und Mobile immer sichtbarer wird.

Die Gewerkschaften verlangen nun ein Recht auf Weiterbildung, die der Arbeitgeber bezahlen soll, damit jeder im Job mit dem Umgang der Computertechnik gewachsen ist. ,,Technologie mag unser Leben verändern, aber den Rahmen setzen wir", sagte Steinmeier in seiner Rede. ,,Ich bin davon überzeugt: Wir brauchen eine Ethik der Digitalisierung.“

Und das wird vermutlich auch die Lösung sein, zu dem Problem, welches die Menschen selber schufen.

Von Viviana Leta
Veröffentlicht am 15.05.2018

Viviana Leta

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