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Coca-Cola

Ein Weltkonzern wird zerrissen

Elbstrand, Samstagnachmittag, 30 Grad. Etliche Coca-Cola Flaschen liegen eisgekühlt in den Kühlboxen und werden Liter um Liter getrunken. „Taste the Feeling“, ein Stück Lebensfreude trinken, damit wirbt der Konzern.

„Der wahre Kern der Marke Coca-Cola ist das Gegenteil von Lebensfreude, es ist Krankheit.“ Damit startet der große Report von foodwatch, die erst kürzlich einen Beitrag gegen Coca-Cola mit etlichen Beschuldigungen und Problemen von Cola veröffentlicht haben. Der gemeinnützige Idealverein aus Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit den Rechten von Verbrauchern und der Qualität von Lebensmitteln auseinanderzusetzen.

Die Anschuldigungen von foodwatch hat die Nachrichtenseite „Vice“ an die Medienstellen von Coca-Cola in der Schweiz, Deutschland und Österreich geschickt und nach einer Stellungnahme gefragt. Dazu äußern wollte sich aber lediglich Deutschland.

Foodwatch wirft dem Unternehmen vor, den ungesunden Lifestyle schon bei Kindern und Jugendlichen zu bewerben und damit die Krankheitsrate bei den jungen Menschen drastisch zu erhöhen.

Die Werbung erfolgt unter anderem über den YouTube Account „CokeTV“, bei dem schon 9 der 20 größten deutschen YouTuber einen Auftritt hatten. Darunter zum Beispiel Felix von der Laden oder auch Bibis Beauty Palace, deren Zuschauer größtenteils zwischen 10 und 16 Jahre alt sind. Auch berühmte Stars wie Manuel Neuer bewerben das zuckerhaltige Getränk. „Gerade Kinder identifizieren sich besonders mit Fußballstars und wollen ihnen nacheifern“, sagt foodwatch. Coca-Cola rechtfertigt das Verhalten damit, dass ihre Werbungen nicht in den Medien sind, auf denen mehr als 35% des Publikums jünger als 12 Jahre alt sind. Solange also nur 34.9 Prozent der Community solcher Influencer unter 12 Jahren sind, kann sich Coca-Cola anscheinend entspannt zurücklehnen.

Dass es zahlreiche Publikationen gibt, die den täglichen Konsum von Cola kritisch sehen, scheint in dem Konzern niemanden zu beunruhigen. Denn selbst die Weltgesundheitsorganisation WHO beschuldigt zuckerhaltige Erfrischungsgetränke als Faktor von Adipositas und Diabetes. Ein Ausweg aus der Epidemie: eine Softdrinksteuer auf Getränke, bei denen Zucker hinzugefügt wird. Eine solche Steuer wurde vor kurzen schon in England angenommen und wird auch von beliebten Prominenten, wie Fernsehkoch Jamie Oliver befürwortet.

„Letztlich nehme man ja zu, wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht. Kalorien sind dabei Kalorien – unabhängig davon, in welchen Lebensmitteln oder Getränken sie enthalten sind“, rechtfertigt Coca-Cola.

Von Lara Purkopp
Veröffentlicht am 14.05.2018