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Bericht

Einmal mit den Profis vergleichen? Kick-ID macht’s möglich!

Foto: ID League

Durch das Start-up-Unternehmen „ID League“ kann sich bald auch jeder Amateurfußballer wie ein richtiger Profi fühlen. Bei „Kick-ID“ handelt sich um einen Score, der viele verschiedene und individuelle Aspekte wie Schnelligkeit, Dribbling oder Tempo eines jeden Spielers erfassen kann. Dadurch kann man sich als Amateur sogar mit den Profis vergleichen und vor allem persönliche Defizite im fußballerischen Bereich mit entsprechendem Training erfolgreich beheben. Ex-HSV-Torwart Richard Golz ist zusammen mit dem ehemaligen St. Pauli-Cheftrainer Andreas Bergmann einer der großen Unterstützer dieses Projekts.

„Ich habe von Andi Bergmann vor rund zwei Jahren von dem spannenden Projekt erzählt bekommen'', verrät Golz. „Ich bin mit ihm dann nach Berlin gefahren, um mir das mal anzugucken und mich hat es von Anfang an total begeistert.'' Begeistern soll das neue „Tracking-System'' bald auch viele Amateurvereine in Deutschland. „Wir sind gerade dabei, hier im Norden das Projekt auf die Beine zu stellen. Später soll es dann sieben solcher ‚Tracking Units' geben'', beschreibt der einstige Erfolgstorwart mit Blick auf die Zukunft.

Golz selbst ist in dem Unternehmen der Vorstand Vertrieb und kümmert sich dabei vor allem darum, „Kontakt mit den Vereinen aufzubauen und sie für das Projekt zu begeistern''. Bisher war es so, dass die verschiedenen Teams auf einem 40 Meter langen und 20 Meter breiten Feld ein Vier-gegen-Vier plus Torwart gespielt haben. Dabei hatte jeder Spieler ein Chip im Hosenbund befestigt. Durch acht Antennen, die um das Spielfeld verteilt sind, können dann die Laufwege auf Monitoren mitverfolgt und am Ende der Session ausgewertet werden. „Auch hier schreitet die Technik immer weiter voran. Demnächst wird das Tracking dann nur noch über Kameras laufe'', so die HSV-Legende.

Für fast alle Amateurvereine ist diese Art der Datenanalyse noch Neuland. „Wir wollen den Amateurvereinen die Chance geben, die gleichen Daten wie im Profifußball zu erheben - ohne dabei gleich eine Anlage für richtig viel Geld kaufen zu müssen.'' Das Ganze läuft dann so ab, dass „Kick-ID“ die Anlage vor der Trainingseinheit entsprechend ausstattet und man als Verein keine Arbeit mehr hat. Dabei werden acht spielerische Daten (Schnelligkeit, Dribbling, Passquote, Spielwirksamkeit, Laufleistung, Kontrolle, Zweikampfverhalten und Schuss) ausgewertet, die gesammelt dann „ähnlich wie bei Fifa einen Score ergeben.'' Der Score schafft Vergleichbarkeit und neue Leistungsanreize, ähnlich des Handicaps beim Golf, und ist dazu noch absolut objektiv.

Dafür sammelt das Start-up, dass vor etwa fünf Jahren ins Leben gerufen wurde, nun erst einmal Daten von Spielern, um die Benchmark zu setzen, an der sich jeder Kicker orientieren kann. „Je mehr Daten wir bekommen, desto genauer sind dann letzten Endes die Ergebnisse.'' Die Performance eines Spielers wird dann in einem Kick-ID Profil anschaulich dargestellt. Auf diesem Wege können sich Spieler online vernetzen und sich auf ihrem Niveau oder auch mit internationalen Profis vergleichen. Das Angebot an die Amateurvereine umfasst ebenfalls auch einen anschließenden Workshop mit Andreas Bergmann, um die Trainer zu schulen, wie sie mit den Daten umgehen können und wie sie das Training daraufhin gezielter steuern können. ID League ist damit also auch Kompetenzpartner, der Amateurvereine, der sie bei der Talentförderung und Spielerauswahl sinnvoll unterstützt.

Von Leon Schulz
Veröffentlicht am 15.04.2018