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Futsal- statt Fußball-Bundesliga!

Quelle: Pixabay

Futsal wird in Deutschland, vor allem in Hamburg, zu einem immer populäreren Sport. Grund dafür sind unter anderem die Erfolge der HSV Panthers, die in nur sieben aktiven Jahren schon vier mal die deutsche Futsalliga gewinnen konnten und damit sogar Rekordmeister sind. Einen Teil dieses Erfolgs kann sich auch der tunesische Futsalnationalspieler Mohammed Labiadh auf die Brust schreiben, der mit den Panthers zuletzt im Jahr 2016 die Futsalmeisterschaft gewann. Vor allem er weiß, wie in der Hansestadt der Futsal zunehmend an Bedeutung gewinnt:

„Man merkt, dass es unter den Fußballern auch immer mehr Futsaler gibt und dass immer mehr Leute bei Spielen zugucken'', beschreibt der 29-Jährige Spieler Mohammed Labiadh das zunehmende Interesse an dem Sport.

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder, denn in den letzten Jahren ist die Anzahl der Vereine allein in Hamburg auf 18 Clubs angestiegen: „Auch wir als HSV Panthers merken, dass zunehmend Konkurrenten dazustoßen.''

Erst vor einigen Wochen haben die HSV Panthers sogar in den Ferien ein Futsalcamp angeboten, so wie man es normalerweise nur vom Fußball gewohnt ist. „Wir haben das Projekt gestartet, weil die Nachfrage danach immer größer wurde. Wir wollten dieses Interesse dann einfach in Form eines Camps zurückzahlen, um die Kinder in ihrer fußballerischen und futsalerischen Ausbildung zu unterstützen.'' Rund 20-30 Kinder hatten im ersten Camp das Vergnügen, mit einigen Spielern des Hamburger Rekordmeisters trainieren zu dürfen. „Wir haben daraufhin auch ein sehr gutes Feedback bekommen“, freut sich Labiadh.


Erst seit 2006 gibt es in Deutschland und damit auch in Hamburg einen offiziellen Spielbetrieb des Hallenfußballs. In diesen zwölf Jahren hat sich der Sport zunehmend etabliert und wird teilweise sogar schon dem bisherigen Ligabetrieb in Hamburg vorgezogen. Dass der Futsal später vielleicht sogar mal auf so viel Interesse wie im Fußball stoßen könnte, glaubt der tunesische Futsalnationalspieler dennoch nicht: „Ich denke mal nicht, dass bald 50.000 Leute in die Halle kommen um sich Futsal anzugucken'', beschreibt er mit einem kleinen Schmunzeln. „Bei unseren Finalspielen in den letzten Jahren war unsere Halle mit rund 2500 Zuschauern eigentlich immer ausverkauft. Das ist dann schon eine Menge.'' Auch in diesem Jahr haben es die HSV Panthers geschafft, norddeutscher Futsalmeister zu werden und stecken nun wieder mitten im Kampf um die deutsche Meisterschaft.

 
Um den Futsal im Norden noch bekannter zu machen, setzt sich vor allem der Norddeutsche Fußballverband (NFV) dafür ein, dass es schon bald eine Art Futsalbundesliga gibt. Durch die Umstrukturierung vor der Saison in vier statt bisher drei offizielle Futsal-Regionalligen in ganz Deutschland, hat der Fußballverband auf den Hype erstmals reagiert.

Trotzdem hofft man beim NFV, dass der Futsal sich bald noch weiter entwickelt. So erklärt der erste Vorsitzende Jürgen Stabani auf der offiziellen Seite des NFVs: „Wir hoffen, dass diese vierte Regionalliga den DFB ermutigen wird, mittelfristig eine Futsal-Bundesliga zu gründen.''

Auch Mohammed Labiadh würde sich über dieses Vorhaben freuen und glaubt, dass das Projekt sicher gut ankommen würde.  „Ich denke, wenn es bald eine Futsal-Bundeliga geben wird, könnte das in Richtung Spanien, Italien oder Portugal gehen, wo die Spiele dann auch regelmäßig gut besucht sind.'' Es lässt sich also abwarten, wie der DFB auf den neu ausgebrochenen Hype um die kleine Kugel reagieren wird.

Von Leon Schulz
Veröffentlicht am 08.04.2018