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Körperkultur

Tekkno ist Grün

Quelle: pixabay
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Sommer, Sonne, OpenAir. Konzerte im Stadtpark sind Alltag, Festivals im Stadtpark an jedem Wochenende... aber ein kleines Highlight sind die Techno-OpenAir´s in Süderelbe. Mal ehrlich, wer entspannt nicht gerne den ganzen Tag und die halbe Nacht bei guter Musik?!

2011 begann es mit einer Idee im heimischen Garten, kurz danach war es schon Realität. Seit Jahren begeistert das Team von Tekkno ist Grün mit Open-Air-Konzerten, mit allem drum und dran. Mit Elektro-Musik, 2-3 Dance-Floors, Bars, Food-Trucks und Chill-Areas. Bei jedem dieser kleinen Festivals sind viele DJ´s aus der Techno-Szene am Start und begeistern den halben Tag und oft die ganze Nacht hindurch die Feierwütigen.  

Im Raum Süderelbe ist die Veranstaltungsreihe ausgesprochen bekannt. Ob es einfach an der Nähe liegt, bei der niemand aus und um Harburg allzu weit fahren muss oder ob es auch die Locations sind, kann niemand genau sagen. Ein Großteil der Konzerte findet am Neuhöfer Strand statt, wobei die Location vor allem mit einer alten Bauwerft beeindruckt. Der etwas längere Weg S-Bahn Wilhelmsburg lohnt sich auf jeden Fall. Durch die abgelegene Lage kann die ganze Nacht durchgefeiert werden, niemand fühlt sich von der Musik belästigt und bei den sommerlichen Temperaturen kann jeder auch schon tagsüber auf der riesigen Sandfläche entspannen.  Und der ganz besondere Pluspunkt ist die Halle, in der der Sound noch besser von den Wänden widerhallt, die Stimmung immer berauschend ist. Doch trotz des Flairs der Location gibt es teilweise Bedenken, ob die alte Werft die Belastung noch aushält. „Die alte Halle hat eine massive Bausubstanz. Gefährliche und lockere Teile wurden in den letzten Jahren entfernt. Für die Nutzung der Halle ist ein gesonderter Bauantrag nötig, den die Behörde prüft und genehmigt. Solange die nichts zu beanstanden haben, ist alles sicher.“ beruhigt Firmenchef Jörn Behrens. 

Andererseits finden auch einige, wenige Open Airs im Harbuger Stadtpark statt. Das Gelände an der Außenmühle bietet ein etwas anderes Flair. Umgeben von Bäumen und dem See direkt in der Nähe, bekommen die Konzerte ein eher entspannteres Feeling, ein eher natürliches Gefühl. Jedoch wird die Stimmung von der Platzkapazität gedrückt, nur 1.500 Besucher sind für diese Mini-Festivals eindeutig zu wenig. Und da es ein öffentlicher Park ist, steht auch immer ein frühes Ende um 22 Uhr fest. Welcher richtige Open Air Fan will schon um 22 Uhr nach Hause gehen? Ein kleiner Ausgleich hingegen ist das Podium vor der Bühne, die kleine Tanzfläche des Geländes.  

´Tekkno ist Grün´ hat mit den Veranstaltungsorten einen Volltreffer im Raum Süderelbe gelandet. Für viele Feierwütige ist die kurze Anfahrt ein extra Pluspunkt, wer möchte schon lange zu einer Party fahren? Dieses Erfolgskonzept ist auch den knapp 5.000 Besuchern bekannt, die durchschnittlich bei den Konzerten anwesend sind. Aber für eine Erweiterung des Gebiets reicht es wohl doch nicht, genauer gesagt hat Tekkno ist grün bereits Pläne, aber „jeder neue Schritt muss gut überlegt sein und ist erstmal immer mit einer hohen Risiko-Investition verbunden.In den letzten Jahren ging es darum den Standort am Neuhöfer Damm weiter auszubauen und zu etablieren, sowie die Location in Harburg weiter zu nutzen.“ erinnert Herr Behrens „In Harburg gehen wir nun einen Schritt weiter und haben das Konzept ausgebaut, was aber auch mit einer neuen und höheren Kostenstruktur einhergeht.Wenn das Konzept aufgeht und so weiterlaufen kann, dann werden wir in den nächsten zwei Jahren auch über weitere Projekte nachdenken.“ 

Andererseits ist die Reihe auch für die Eintrittspreise beliebt. Bisher waren die Konzerte im Harburger Stadtpark kostenfrei oder mit einer Spende nach eigenem Ermessen. Seit diesem müssen aber einige neue Regeln eingebracht werden. Nicht nur, dass feste Eintrittspreise für den Harburger Stadtpark im Vorverkauf erhältlich sind, sondern auch, dass am Neuhöfer Strand neue Einlassregeln angebracht sind: „Auch wir haben als umsonst&draußen Projekt angefangen, sind aber schnell gewachsen und mussten immer mehr Kosten decken. Irgendwann hat das nicht mehr funktioniert und Rechnungen konnten nicht mehr bezahlt werden. Daher ist ein fester Eintritt mittlerweile unverzichtbar. Es hat etwas gedauert, bis das angenommen wurde. Nun läuft es, und dafür sind wir unseren Gästen sehr dankbar. Ansonsten würde es uns jetzt wohl nicht mehr geben.“ 

Zu diesen Neuheiten gehört auch das freischwebende Dach in der Außenmühle. Dieses soll bereits diesen Sommer genutzt werden. Aber als Veranstalter von Open-Air-Konzerten muss ´Tekkno ist Grün´ immer wieder neue Schwierigkeiten bewältigen. Nicht nur die 22 Uhr Grenze im Stadtpark oder die Änderung der Eintrittspreise, auch der Austausch mit den Behörden ist kein Zuckerschlecken: „Größte Schwierigkeit ist eine festgefahrene Situation mit den Behörden, da wir Auflagen erfüllen müssen, die mit einem sehr hohen finanziellen Aufwand verbunden sind.Zudem sind die Termine am Neuhöfer Damm begrenzt und wir können nur das machen was wir aktuell machen, mehr ist aus Sicht der Behörde gesetzlich leider nicht zulässig, da wir uns im Hafengebiet befinden und hier das Hafenentwicklungsgesetz seine Gültigkeit hat.“ sagt Jörn Berhens. 

Wie lange wird es die Reihe dann noch geben? Trotz der Beliebtheit mag nicht jeder die Preise oder weigert sich mehr als nur ein paar Euro zu zahlen. Nicht zu vergessen sind auch immer wieder auftretende Verstöße gegen die Veranstaltungsregeln, welche zwar sofort vom Sicherheitsdienst geahndet werden, aber sich bei keiner Veranstaltung zu 100% verhindern lassen. Und zuletzt sind die Behörden immer involviert, um die Nutzung der Gelände rechtlich abzusichern und nach den Vorgaben freizugeben. Doch wie lange hält die Kooperation noch an? Wann sagen die Ämter, dass der Eingriff in die Natur trotz der Bemühungen auf Naturschutz zu groß ist?  

Von Ann Katrin Meier
Veröffentlicht am 23.04.2019