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Transsexualität - wird man zu dem gemacht oder so geboren?

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Sie sind der festen Überzeugung: Sie leben in einem falschen Körper. Darunter leiden die Identität und die Persönlichkeit. Der Wunsch das andere Geschlecht anzunehmen, ist sehr groß. Doch eine Geschlechtsangleichung löst nicht immer alle Probleme.

Es besteht die Frage, ob das Gefühl im falschen Körper zu leben erst im Laufe des Lebens entsteht, oder ob es bereits im Mutterleib festgestellt wird. 

Forscher haben festgestellt, dass man Transsexuell bereits geboren wird und es nicht an dem unausgeglichenen Hormonhaushalt liegt. Das Durchschnittsalter in denen sie bemerken, dass sie im falschen Körper leben liegt bei sieben Jahren.

Doch lange dachte die Gesellschaft, dass es an dem ungleichgewicht der Sexualhormone liegt, aber das konnten Forscher widerlegen: Der Hormonspiegel transsexueller Menschen ist unauffällig und passt zu ihrem biologischen Geschlecht, schreiben sie im Fachmagazin „Journal of Adolescent Health“. Die Wissenschaftler des Transyouth-Zentrums in Los Angeles untersuchten Daten von 101 jugendlichen Transsexuellen.

„Wir konnten mit der rückständigen Aufnahme ausräumen, dass Transsexualität durch ein Hormonungleichgewicht hervorgerufen wird“, sagt Erstautorin Johanna Olsen. Für den Hirnforscher Georg Kranz von der Medizinischen Universität Wien passt dieses Ergebnis gut ins Bild. Schließlich gehe man mittlerweile davon aus, dass sich Anlagen zur Transsexualität bereits im Mutterleib bilden und nicht umkehrbar sind.

„Die geschlechtliche Prägung des Körpers – und damit auch die späteren Hormonwerte – und die des Gehirn geschehen zeitlichen versetzt wärhend der Schwangerschaft.“ Werde im ersten Drittel der Schwangerschaft viel Testosteron und gegen Ende weniger ausgeschüttet wird, könne ein biologischer Mann mit weiblicher Prägung entstehen. 

Outing mit rund 17 Jahren

Innerhalb der Studie wurden neben den Hormonen auch die Lebensweise der Transsexuellen analysiert. Unter den Transmännern – körperliche Frauen mit männlicher Identität – gaben 94 Prozent an, ihre männliche Geschlechtsrolle bereits auszuleben. Bei den Transfrauen – körperliche Männer mit weiblicher Identität – galt dies nur für mehr als die Hälfte.

Das Durchschnittsalter des Outings ist 17,1 Jahre, rund 10 Jahre nachdem sie realisieren, im falschen Körper zu leben. Zehn Prozent der Teilnehmer schreiben sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zu. 

Das Leben in einem falschem Körper ist nicht für jeden immer einfach. Es hinterlässt deutliche Spuren, schreiben Olsen und ihre Kollegen. Sowohl Übergewicht als auch Drogenmissbrauch kamen überdurchschnittlich oft vor. Die Teilnehmer klagten drei bis viel Mal so häufig über Depressionen wie andere Jugendliche.

Eine Identitätskatastrophe

Das Leben als Transsexueller weist viele Schwierigkeiten auf und das ist auch an den Jugendlichen zu erkennen. Über die Hälfte hatte bereits an Selbsmord gedacht. Gerade in der Pubertät komme es mit der Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale oft zur persönlichen Krise, sagte Kranz.

„Wenn man das Gefühl hat, eine Frau zu sein, aber in einem männlichen Körper gefangen ist, dann ist das eine absolute Identitätskatastrophe.“ Der Leidensdruck der Betroffenen sei Enorm. 

Die US- Forscher planen weitere Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit von klinischen Eingriffen. So gibt es zum Beispiel Hormontherapie, die die Bildung der äußerlichen Geschlechtsmerkmale der Transsexuellen beeinflussen sollen.

Olson hat ein klares Ziel: „Jugendliche mit dem falschen Geschlecht sollen nicht nur normal Leben können, sondern sich auch selbst verwirklichen. Das ist wichtig für unsere Gesellschaft und auch für die betroffenen.

Von Rica Köster
Veröffentlicht am 27.04.2019