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Ausstellung

Die fabelhafte Welt der Sneaker

Sneaker, soweit das Auge reicht (Bild: Linn Maira Jäpel)

Man trifft sie in der Stadt, im Karton, im Verlauf eines Abends auch unter so manchem Ball-Kleid und nun im Museum: Sneaker. Das Museum für Kunst und Gewerbe widmet den Kultschuhen eine eigene Ausstellung - unser Tipp für die Semesterferien.

Kaum ein Schuh steht so sehr für ein lässiges Auftreten wie die Sneaker. Ursprünglich lediglich in der Hiphop-Szene und im Sport anzutreffen, eroberte der Freizeitschuh wie kein anderer in den letzten 30 Jahren die Modebranche. Passend, dass den Umsatzgaranten, für die manche Liebhaber sogar tagelang vor dem Geschäft campen, eine Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe gewidmet wird. Wir haben uns "Sneaker. Design für schnelle Füße" einmal angesehen. 

Retro ganz modern

Ob Airmax, Airforce, Stan Smith oder Superstar – alle Modelle ließen sich zu genüge in den letzten Jahren an den Füßen zahlreicher Jugendlicher finden. Dass die Schuhe, die heutzutage oft binnen Stunden ausverkauft sind, eigentlich Neuauflagen alter Klassiker sind – dessen sind sich die wenigsten bewusst. Im Museum für Kunst und Gewerbe, kurz MKG, finden sich jetzt eben jene Klassiker, die Modell für die Bestseller der letzen Saison standen. Rund 120 verschiedene Modelle von etwa 20 Herstellern werden ausgestellt. Dabei sind seltene Sammlerobjekte und auch Schuhe, die von Sportlergrößen wie Boris Becker getragen wurden.  

Mehr als nur ein Schuh

Aber das ist längst nicht alles: Neben Sneakers mit Plüsch-Gorillakopf (eine Kollaboration des amerikanischen Designers Jeremy Scott und Adidas), deren Straßentauglichkeit fast schon fragwürdig ist, finden sich auch zahlreiche Werbeplakate und Filme aus 30 Jahren Sneaker-Geschichte. Darunter auch die Werbekampagne der Fußball-WM 2014, die mit dem Slogan „All in or nothing“ Fans mobilisierte. In einem weiteren Raum der Ausstellung finden sich, zusammengeschnitten und unterlegt von Hiphop Musik, die bekanntesten, skurrilsten und erfolgreichsten Werbespots verschiedener Sneaker-Marken.

B wie Beaters, P wie Plimsolls, S wie Stinos

Aber auch der Info-Content kommt in der Ausstellung nicht zu kurz. So erfährt man beispielweise woher der Trend kommt, seine Sneaker ohne Schnürsenkel zu tragen oder was denn nun Plimsolls sind. Und mit dem Sneaker-Abc ist man dann für so manche Kenner-Diskussion gerüstet.

Wer nun neugierig gemacht wurde, der sollte seine Semester oder Sommerferien nutzen, um den MKG einen Besuch abzustatten. Denn noch knapp drei Wochen, bis zum 28. August ist die Sneaker-Ausstellung geöffnet. Gelegen am Hauptbahnhof Süd ist das Museum mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Einzig und allein der Eintritt von knapp 12 Euro (ohne Ermäßigung) ist auf den ersten Blick ein Negativfaktor. Da aber neben der Sneaker-Ausstellung auch fünf weitere Ausstellungen besichtigt werden können, relativiert sich der Preis sehr schnell. Zudem bezahlen Schüler, Auszubildende und Studenten einen ermäßigten Preis von 8 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben sogar komplett freien Eintritt.

Von Linn Maira Jäpel
Veröffentlicht am 18.07.2016