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Ein gutes Stück für die Umwelt

Eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung PwC belegt, dass immer mehr Menschen sich weniger Verpackungsmüll wünschen. Drei Gründerinnen aus Hamburg haben sich dies zur Mission gemacht.

Ein Blick in das Obstregal einer Supermarktkette: Sechs Äpfel liegen in einer eingeschweißten Pappschale, Eisbergsalat und Bananen haben eine Plastikverpackung. Zu Hause angekommen beginnt das große Auspacken. Binnen weniger Sekunden ist der Mülleimer gefüllt. Dieses Bild ist keine Seltenheit.

 

Die Unternehmensberatung PwC hat in einer Umfrage herausgefunden, dass sich 95% der Befragten weniger Verpackungen wünschen. Ideal sei Material, welches sich besser recyceln lässt. Ganze 92% gehen sogar noch weiter und möchten, dass weitgehend auf Plastik verzichtet wird.

Der Plastikgebrauch in Deutschland ist besonders beim Einkaufen viel zu hoch.

 

Um dem entgegenzuwirken und eine gute Alternative, besonders zum Wohl der Umwelt, zu finden, sollen Lösungen her.

„Unternehmen müssen also aktiv werden, um ihre Verpackungskonzepte im Sinne der Nachhaltigkeit umzustellen. Dabei sollten sie keinen Einzelaktionismus betreiben, sondern einen strategischen Ansatz verfolgen“, sagt Gerd Bovensiepen, Leiter des Geschäftsbereichs Handel und Konsumgüter bei PwC.

 

Einige positive Reaktionen kamen bereits von einigen Supermärkten.

Beispielsweise der Discounter Lidl reagierte auf die Umfrage und hat mit dem Vorsatz bis 2025 seinen Plastikeinsatz um mindestens 20 Prozent zu reduzieren auf sich aufmerksam gemacht. Des Weiteren haben sie versprochen bis zu dieser Zeitgrenze nur noch Verpackungen zu nutzen, die recyclingfähig sind, wenn nicht ganz auf sie verzichtet werden kann.

„Wir analysieren seit längerer Zeit in enger Abstimmung mit unseren Lieferanten sehr sorgfältig, wo wir auf Plastik ganz verzichten oder wo wir auf alternative Verpackungsmöglichkeiten zurückgreifen können“, sagt Jan Bock, Geschäftsleiter Einkauf bei Lidl Deutschland, im Gespräch mit dem Business Insider.

 

Ganz nach dem Konzept „Zero-Waste“, was bedeutet keinen Müll zu produzieren, haben sich drei Gründerinnen aus Hamburg dazu entschlossen einen Laden zu eröffnen, der ausschließlich unverpackte Waren anbietet. Nach 1,5 Jahren Vorarbeit, haben sie es mit Hilfe von Crowdfunding letztes Jahr geschafft und ihr Laden „Stückgut“ konnte im Stadtteil Ottensen eröffnet werden. Dass die Idee gut ankommt beweist, dass sie vor kurzem einen zweiten Standort in er Rindermarkthallte realisieren konnten.

 

Laut dem Bestehen von Stückgut seien bisher 123.572 Einweg-Verpackungen eingespart worden. Eine enorme Bilanz.

Stückgut richtet sich besonders an Verbraucher, die umweltbewusster einkaufen möchten und in der Nähe wohnen.

Angeboten werden in erster Linie Lebensmittel, aber auch Putzmittel können beispielsweise erworben werden. „Ich finde es ist eine tolle Sache! Wenn man bedenkt wie viel Plastik man dann noch unnötig „miteinkauft“ in einem normalen Supermarkt, da fühlt man sich nach einem Einkauf bei Stückgut gleich viel besser.“, sagt eine Kundin im Laden.

Einen kleinen Nachteil bringt es allerdings mit sich, denn der Einkauf sollte vorher gut geplant sein. Jutebeutel und Einmachgläser müssen die Kunden mitbringen, um ihre Produkte gut transportieren und abfüllen zu können. Wer diese vergessen hat, kann sich allerdings auch welche gegen Pfand ausleihen. Die Gläser werden vor ab ausgewogen, sodass der Kunde nur die tatsächlichen Einkäufe bezahlt.

 

Es bleibt zu hoffen, dass sich Stückgut noch weiter in der Stadt verbreitet und die großen Supermarktketten sich ein Beispiel daran nehmen.

Denn es ist doch immer wieder überraschend, wie viel tatsächlich ohne viel Verpackung transportiert und eingekauft werden kann. Viele haben dies einfach nur vergessen.

 

Von Anna-Lena Bußmann
Veröffentlicht am 14.05.2018