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Verkehr

Immer mehr Unfälle mit Rentnern: Wann reagiert Hamburg?

Menschen ab 75 Jahren sind heutzutage für viele Verkehrsteilnehmer ein Risiko geworden. Die Statistiken belegen diese Zahlen mit dem Ergebnis: Viele Rentner sind im hohen Alter nicht mehr voll zurechnungsfähig. Daher haben nun einige Bundesländer und Ortsgemeinschaften angefangen Rentner an andere Verkehrsmittel umzugewöhnen um genau vor den letzten Vorfällen vorzubeugen:

Erst vor drei Wochen verlor eine 78-jährige die Kontrolle über ihr Auto und verletzte dabei eine Mutter und ihren Säugling schwer. Nun gibt es schon den nächsten tragischen Unfall, der sich im norddeutschen Raum mit einem Rentner ausgetragen hat. Am Timmendorfer Strand übersah ein 79-jähriger einen Vater samt Babyschale und schleuderte beim Auffahren die Babyschale einige Meter durch die Luft. Der Säugling musste daraufhin umgehend ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch Statistiken belegen, dass Autofahrer ab dem Alter von 75 Jahren deutlich mehr Unfälle bauen. Im Jahr 2016 waren, Rentner zu 75,1 Prozent die Hauptschuldigen an Unfällen. Die häufigsten Unfallursachen bei den Senioren waren Vorfahrtsfehler sowie Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren berichtet die deutsche Verkehrswacht. 

Eine Möglichkeit, die Fahrverbote durchzusetzen, zeigt uns der Ort Biberach in Baden Würtemberg. Hier können Senioren ihren Führerschein zurückgeben und kriegen dafür eine Jahreskarte für öffentliche Verkehrsmittel. „Uns geht es darum, Personen, die sich beim Autofahren nicht mehr sicher und wohlfühlen den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern“, beschreibt Christian Walz vom Seniorenbüro in Biberbach dem RTL.

Auch in NRW ist das Projekt nun schon gestartet. Dort können Rentner 2 Monate kostenfrei Bus- und Bahnfahren, wenn sie ihren Führerschein abgeben. Für alte Leute also ein optimales Mittel, befindet auch Rentnerin Gerda Rösler und gibt im Interview mit der Welt zu, dass „der Umstieg zwar nicht einfach sei, sie nun aber auch alle Ziele problemlos mit Bus und bahn erreichen kann.“

Die revolutionäre Idee könnte nun bald auch schon in Hamburg ein Thema sein, denn auch Hamburg und Umgebung muss bald auf die demographische Alterung reagieren. So werden beispielsweise auch schon in Nachbarländern wie Italien oder den Niederlanden regelmäßige Checks für Senioren angeboten und auch in vielen Radiostationen wie beispielsweise Radio Hamburg wurde das Thema intensiv diskutiert. Es dürfte also nicht mehr lange dauern, bis auch mal der Hamburger Senat das Thema mit auf die Agenda nimmt!

Von Leon Schulz
Veröffentlicht am 21.05.2018