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Social Media

Influencer - Die wahren Sternchen von Morgen

Barbiepuppen als Social Media Influencer (Flickr. com)
(Flickr.com)

Erfolgreiche Berufe gibt es viele, doch gehört der des Influencers auch dazu? Social Media Stars gibt es heutzutage wie Sand am Meer, aber was macht ein Influencer aus und hat dieser Beruf auch eine realistische Zukunft?

"Ein Girlboss steht nach einer Niederlage wieder auf." Dass Social Media Marketing ein lukratives Geschäft sein wird, war Sophia Amoruso im Jahr 2006 noch nicht klar. Doch knapp zehn Jahre nach der Gründung ihrer Marke "NastyGal" ist der Begriff der Influencer via Instagram, You Tube und Co. kein Fremdwort mehr. Aus dem nichts schaffte sie etwas Großes. Mit Höhen und Tiefen natürlich, doch blieb sie sich ein Leben lang treu und war immer mehr als nur eine lebende Werbefläche. Sie zeigte, wie man mit Willensstärke und Engagement erfolgreich werden kann. Hat das Leben als moderne Geschäftsfrau im Bloggerbusiness überhaupt Zukunft oder hat es sich bald ausgebloggt?

Vintage, Ebay und MySpace

Sophia Amoruso war schon damals eine Influencerin, ohne, dass sie das überhaupt wusste. Der Begriff fand damals nur viel weniger Aufmerksamkeit als heute. Alles fing an mit den Vintage Kleidern aus ihrem eigenen Kleiderschrank. Diese Teile bot sie auf ihrem Ebay-Account zum Verkauf an und merkte sofort: Das kann ein gewinnbringendes Geschäft werden. Daraufhin plünderte sie buchstäblich die Secondhandläden der Stadt und durchforstete sie nach unentdeckten Vintage Schätzen, um diese dann auf Ebay weiterzuverkaufen. Sie erreichte eine breite Masse und sie schaffte so neue Trends und baute sich in kurzer Zeit eine große Fangemeinde an. Jahre später verabschiedete sie sich von Ebay und eröffnete ihre eigene Website: Die Online Boutique NastyGal. So wurde von einer Weltenbummlerin ohne Schulabschluss, eine erfolgreiche Unternehmerin. 


Mein Beruf? Social Media Star!

Sophias Geschichte ist so interessant, weil sie genau das widerspiegelt, was heutzutage Alltag ist. Social Media macht's möglich: "Das Internet hat Menschen wie mir ermöglicht, Dinge auszuprobieren und ein Publikum dafür zu finden - ohne dass ich mein Schlafzimmer dafür verlassen muss", betont die heute 33-Jährige Unternehmerin. Das Mode und Trends ein fester Bestandteil unsere Zeit sind und immer waren, steht natürlich außer Frage, doch wie mit ihnen gearbeitet und umgegangen wird, spielt sich heute in einem viel größerem Rahmen ab. Damals sammelte Sophia virtuelle Freunde auf MySpace und informierte diese über ihre neuen Produkte.

Was sie damals mit MySpace gemacht hat, läuft nach dem gleichen Prinzip heute auf Instagram. Einflussreiche Blogger von heute wie Caro Daur oder Farina Opoku verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Fliegen von einem Ort zum nächsten, von einem Event zum Anderen. Sehen und gesehen werden um jeden Preis und das ganze auf Snapchat oder Instagram posten. Schöne, neue Sachen zugeschickt bekommen und kurz in die Kamera halten und präsentieren. Einfach nur ein bisschen aus dem Leben berichten und damit Geld verdienen. Was für ein Leben. Doch dahinter steckt mehr, als zuerst angenommen. Ein ausgetüfteltes Konzept, ein gesponnenes Netz aus Selbstvermarktung und genau hier kommt der Begriff Influencer wieder zum Einsatz. Mit ihren täglichen Posts und ihrer enormen Reichweite, könne sie einen starken Einfluss auf ihre Zuschauer ausüben. Das schreit förmlich nach einem gekonnten Geschäftsmodell und so ist es für die großen Tiere unter den Social Media Influencern schon lange kein Hobby mehr, sondern ein ernstzunehmender Job und ein Riesengeschäft für die Unternehmen. Werbung über Instagram ist eine Win-Win Situation für Influencer und Unternehmen: Die Werbung kostet weniger, hat aber eine größere Reichweite und das ganz wird von den vertrauenswürdigen Social Media Stars vermittelt. Sie fungieren als Brücke zu einer neuen Zielgruppe. 

Wie sieht die Zukunft aus?

Für Sophia Amoruso und Nasty Gal hat es sich nach neun Jahren ausgelebt. Obwohl die junge Frau vom Forbes Magazin im Jahr 2016 zur einer der reichsten Selfmadefrauen Amerikas gewählt wurde, musste das Unternehmen im November 2016 Insolvenz anmelden, wurde von einem britischen Unternehmen aufgekauft und wird von diesem jetzt weitergeführt. Die Konkurrenz schläft nie, ständig kommen neue Startups auf den Markt und versuchen die Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Um sich Dauerhaft zu beweisen, verlangt es Disziplin und eine stets wachsende Fangemeinde. Sophia verwandelte sich und ihr Unternehmen in eine Marke und vermarkte sich zugleich selbst. Sie setzte auf ihren eignen Stil und ihre Faszination für Mode. Die New York Times betitelte Sophias Kundschaft damals als "einer Sekte aus lauter 20-Jährigen, die bereit waren viel Geld in ihre Religion zu stecken."Genau die Zielgruppe, die heute von all den Social Media Stars angesprochen wird.

Doch ist es möglich diese Zuschauer auf Dauer zu halten, um einen einen langfristigen Erfolg zu garantieren? Kann man als You-Tuber und Blogger ein Leben lang davon leben? Diese Gedanken machen sich vermutlich auch die, um die es hier geht. Die Fitnessbloggerin Pamela Reif orientiert sich aus diesem Grund nebenbei schon mal weiter. Vor kurzem kam ihr erstes Buch auf den Markt: Ein Sportratgeber. "Ich hoffe, dass ich Instagram noch so lange weiter machen kann, wie es nur geht. Generell versuche ich aber jetzt schon, etwas davon wegzukommen und mir außerhalb der Social-Media-Plattform etwas aufzubauen." sagt die 20-Jährige. Eine Marke schaffen, genau das versucht auch Caro Daur, die dank Instagram jetzt die Laufstege der Welt besteigen darf. Die junge Hamburgerin, startete ihre Karriere auch auf Instagram und das mehr als erfolgreich. Die Leidenschaft für Mode und den Ehrgeiz haben sie so weit gebracht, sagt sie selber über sich.

Sophia Amoruso setzte damals auch auf diese Eigenschaften und was ist aus ihr geworden? Eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Also bleibt abzuwarten, ob Instagram und Co. nur ein Trend oder ein wirkliches Sprungbrett für Karrieren sind und selbst wenn etwas schief gehen sollte: Ein Girlboss steht nach einer Niederlage wieder auf!


Von Carlotta Unna
Veröffentlicht am 01.06.2017