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Studenten

Keine Jobs mehr für Studenten – was jetzt?

Studenten in der Not. Klassische Studentenjobs, wie das Kellnern brechen derzeit weg. Zudem werden kaum noch Werkstudenten gesucht, geschweige denn eingestellt. So schlecht sieht es derzeit für Studenten aus und das wird getan, um ihnen zu helfen.

„Ich weiß bald nicht mehr, wie ich das alles alleine finanzieren soll. Ich stoße da gerade wirklich an meine Grenzen“. Das hört man im Moment von vielen Studenten. Der Job fristlos gekündigt und die Rechnungen türmen sich mit jedem Tag. Den Studenten bricht in Zeiten von Corona die finanzielle Grundlage weg. 

Die eigene Wohnung mit allen Nebenkosten und dann noch die Lebenserhaltungskosten wachsen vielen im Moment über den Kopf. Der Gedanke die Wohnung zeitweise zu kündigen wird da auf einmal eine Überlegung wert. Die Studiengebühren werden auch nicht weniger auch wenn das Studium gerade nicht so stattfindet, wie gewohnt. Verzweifelte Briefe an Rektorate werden überhört, da das Studium nunmal trotzdem weiterläuft, nur ebend online. Studentenjobs, wie das beliebte Kellnern in Bars, Restaurants und Cafés ist im Moment nicht möglich, da alle Restaurationen geschlossen haben. Auch Werkstudenten werden derzeit fristlos gekündigt oder auf Kurzarbeit gesetzt. Nicht jeder Student kann da auf Hilfe von den Eltern hoffen, die im Moment auch unter den wirtschaftlichen Belastungen von Corona leiden. Viele Studenten müssen daher im Moment ein Darlehen aufnehmen und sich mit Studienkrediten aushelfen. Auch Bafoeg ist nicht so einfach für jedermann zu bekommen. Doch da wollen die Bundesländer nun Druck in Richtung Bundesbildungsminesterium ausüben, um den Studenten finanziell unter die Arme zu greifen. In einem Brief der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) an Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) wird diese unter anderem darum gebeten, den Zugang zum Bafög kurzfristig für diejenigen zu ermöglichen, die zwar bisher keine Leistung bezogen haben, denen jetzt aber Einkommen wegbricht.  

Karliczek hatte für Studenten, die ihren Job verloren haben, als Überbrückungshilfe ein zinsloses Darlehen angekündigt. Dieser Vorschlag wurde jedoch als keine adäquate Lösung gleich wieder verworfen. Nun wird gefordert das Bafög für einen begrenzten Zeitraum durch eine «Bafög-Nothilfe» für Studenten zu ergänzen, die durch den Wegfall eines Nebenjobs in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen sind. Gerade für Werkstudenten, die sich mit ihrer Tätigkeit von 20 Stunden die Woche ihr Studium finanzieren, wird es derzeit schwierig, da viele Arbeitgeber nun in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten den roten Stift bei ihren Aushilfskräften ansetzen müssen. 

«Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Durchschnittswert der bisherigen Nebeneinkünfte aus den vergangenen Monaten mit Gehaltsbezug», schlagen die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne), die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne), Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne), der bayerische Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) und der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) vor. Die Nothilfe solle aus einer Hälfte Zuschuss und einer Hälfte Darlehen bestehen, das später zurückgezahlt werden muss, berichtet die SVZ.  

Andere Stimmen, wie das Deutsche Studentenwerk hatten auch eine Art Not Bafög für Studenten gefordert. Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, André Alt, hatte «eine Art Arbeitslosengeld oder eine Grundsicherung für Studierende» ins Spiel gebracht, so SVZ. Der Bund scheint die ernste Lage für Studenten noch nicht ganz erkannt zu haben. Erleichterungen für Bezieher von Hilfen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) wurden bereits beschlossen, doch ob das reichen wird ist unklar und wie die genau aussehen sollen auch. 

Von Jennifer Fiene
Veröffentlicht am 18.04.2020