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Nachhaltigkeit

McDonald's und Nachhaltigkeit - passt das?

Quelle: freestocks.org über Pexels.com

Vor Kurzem gab McDonald’s bekannt, einen veganen Burger dauerhaft in ihr Sortiment aufzunehmen. Neben dem vegetarischen Burger „Veggieburger TS“, soll der Neue nun die Produktpalette auch für Veganer erweitern, die bei dem Fast Food-Giganten bisher nur Pommes oder einen Salat essen konnten.

Spätestens seit McDonald’s 2009 die Farbe seines Logos von Rot zu einem dunklen Grün änderte, war klar, dass es die Vision des Fast Food-Giganten ist, buchstäblich „grüner“ zu wirken. In dieses Konzept soll jetzt auch der neu angekündigte vegane Burger, der "Big Vegan TS", passen. Ein Burger ganz ohne tierische Zutaten, also ganz im Sinne der Nachhaltigkeit - Hat sich das McDonald's gut überlegt?

Manchem überzeugten Veganer kommen die Neuigkeiten sicherlich eher heuchlerisch vor, würden ihnen doch gleichzeitig Chicken McNuggets aus vermeintlichem Pressfleisch angeboten werden. Und dann macht die berühmte Fast Food-Kette plötzlich einen auf tierfreundlich? Vielleicht haben sie es mit dieser Aktion zu weit in ihrer Vision von einem nachhaltigen Unternehmen getrieben und auf eine Zielgruppe gesetzt, die schon aus ihrer Grundeinstellung und Überzeugung heraus möglicherweise nie einen Fuß in einen McDonald’s setzen würde.

Versucht man jedoch die Situation aus der Sicht eines Unternehmens zu betrachten, erkennt man sehr deutlich, dass Fast Food-Ketten wie McDonald’s oder auch Burger King, Dominos und viele weitere, ganz besonders unter dem Druck der Essens- und Gesundheitstrends, sowie dem immer weiter wachsenden Umweltbewusstsein der heutigen Zeit stehen. Was dem Klima, der Tierwelt und der Natur unseres Planeten vielleicht gut tut, bedeutet für Schnellrestaurants nicht nur eine Umstellung was ihre (meist sehr Fleisch-lastige) Speisekarte betrifft.
Corporate Social Responsibility, oder kurz: CSR, ist für Fast Food-Restaurants wie McDonald’s jetzt das Stichwort. Dieser Bereich der Unternehmensführung beschreibt dessen gesellschaftlich, soziales, sowie ökologisch verantwortungsbewusstes Handeln und Engagement, das über die gesetzlichen Forderungen hinaus geht. McDonald’s Ruf, und möglicherweise auch Strategie, schien es lange zu sein, Burger, Pommes und Co. möglichst schnell und möglichst günstig zu vertreiben. Und wer seine Produkte zu einem niedrigen Preis verkaufen möchte, muss an anderer Stelle sparen – zum Beispiel an der Qualität der Lebensmittel. Auch das Thema der großen Mengen an Verpackungsmüll, insbesondere von Plastik, ist in aller Munde. Dennoch: Gerade was die Verpackung betrifft, macht das Restaurant mit dem goldenen M auch nicht alles falsch. Burger, und allgemein To-Go-Ware werden überwiegend in Pappschachteln und den klassischen braunen Papiertüten herausgegeben. An dieser Stelle hat McDonald’s dem Trend zu Bio und einer „grünen“ Unternehmensführung also recht früh, zumindest in kleinen Teilen, entsprochen. Weitere Maßnahmen, die zu einem bessern Image führen sollten, waren beispielsweise auch Fernsehwerbespots, in denen sie den Weg von der Kartoffel zur Pommes mit dem Bio-Kartoffelbauern von nebenan schalteten. Man wollte die Vision eines umweltbewussteren Unternehmens unverkennbar der Öffentlichkeit vermitteln.

Mittlerweile hat man sich an den "Öko"-Auftritt des Fast Food-Riesen gewöhnt und auch an die vegetarischen Optionen unter all den Big Macs und Cheeseburgern. McDonald's ist nunmal nicht ohne Grund einer der weltweit erfolgreichsten Fast Food-Ketten und somit werden sie sich ihrer Reputation, was vor allem die Herkunft ihrer Zutaten betrifft, wohl bewusst sein. Dieses zeigen sie auch auf ihrer Website. Denn dort machen sie deutlich, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz durchaus hoch auf ihrer Agenda stehen und räumen ein, dass besonders sie dazulernen und in diesem Bereich wachsen müssen. Ob jedoch die Einführung eines veganen Burgers hier nun der richtige Ansatz ist, bleibt umstritten. 

Von Pauline Brenke
Veröffentlicht am 29.04.2019