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Soziales Leben

Unser neues „Normal“

Erste Lockerungen für das öffentliche Leben in Deutschland. So soll es so langsam wieder zurück zur Normalität kehren. Doch wie soll diese “Normalität” denn aussehen?

Maskenpflicht in ganz Deutschland. Abstandsmarkierungen im Supermarkt und überall.  Langsam öffnen wieder die Geschäfte, unter Auflagen. Wir werden uns an die Beschränkungen, die es gibt und für das öffentliche Leben noch geben wird, gewöhnen müssen.Wir müssen uns eine neue „Normalität“ erschaffen. Doch wie könnte die aussehen? 

Bei einer ungebremsten Ausbreitung des Virus müssten im schlimmsten Fall im Mai 80 Prozent der Patienten, die eigentlich einer Intensivbehandlung bedürfen, von den Krankenhäusern abgewiesen werden.  

Das positive Szenario, das auch in dem vertraulichen Strategiepapier des Innenministeriums zur Covid-19-Epidemie beschrieben wird, dagegen wird als "Hammer and Dance" 

bezeichnet. Mit "Hammer und Dance" wird die Bevölkerung immer wieder Phasen der EInschränkungen erleben. Viele verunsichert das. Viele brechen aus. Doch hilft das Szenario weiter?

Die Gefahr die Lockerungen mit sich bringen ist ein erneuter Anstieg der Infektionszahlen. Im Moment liegt die Infektionsrate bei 0,7, ein Zeichen zum Aufatmen, doch diese kann schnell wieder steigen. Auch wenn Deutschland im Moment zu den Ländern zählt, die das Virus am besten unter Kontrolle hat, sollten wir uns nicht in Sicherheit wägen. Mit Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen – wie aktuell in Deutschland – werde das Virus eingedämmt und die Fallzahlen gingen binnen sechs Wochen deutlich zurück. Nach dieser Holzhammer-Phase beginne die Tanzphase. Kindergärten und Schulen könnten nach den Osterferien wieder öffnen und die Infektion werde über intensives Testen, Nachverfolgung von Kontakten und Isolation kontrolliert. In dieser Phase befinden wir uns jetzt gerade. Mit einer Abwechslung dieser beiden Phasen müssen wir versuchen durch Corona zu kommen. 

Gegenwärtig gelte die Strategie "Hammer und Tanz" in Fachkreisen als effektivste, sagt auch Alena Buyx vom Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TU München. Am Anfang stünden drastische Maßnahmen, um den Anstieg zu verlangsamen. Anschließend folge der sogenannte Tanz – eine Phase, in der man schrittweise zu normaleren Verhaltensweisen zurückkehre, so berichten Focus Online und der Tagesspiegel. 

Wir müssen also alle noch ziemlich lange die Füße still halten, denn sobald wir die Maßnahmen zu schnell zu sehr lockern, steige die Zahl der Infektionszahlen wieder rapide an, so Quarks. Doch warum? Corona sei erst vorbei wenn etwa 70% der Bevölkerung gegen das Virus immun sei. Ein Virus lebt davon sich zu verbreiten, wenn es das nicht mehr kann, stirbt es. So kommt es also erst zu einem Ende, wenn es keinen mehr findet, den es neu infizieren kann.  

So ständen die Forscher gerade vor einem enormen Problem entweder wir schaffen es das Virus auszurotten, wie im Vorigen beschrieben und bleiben so lange größtenteils im Lockdown oder wir finden einen Impfstoff. Auf den müssen wir jedoch nach Experten Einschätzung noch mindestens zwölf bis achtzehn Monate warten. Wir scheinen also nicht daran vorbei zu kommen uns mit unserer neuen Normalität anzufreunden und da scheint das Szenario Hammer und Tanz doch plötzlich ganz in Ordnung. 

Von Jennifer Fiene
Veröffentlicht am 18.04.2020