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VW Mobilitätsdienst Moia - eine erste Bilanz

Das VW-Tochterunternehmen Moia scheint in Hamburg gut anzukommen. Nach etwas mehr als einem Monat in Hamburg kann das Unternehmen auf 60.000 Buchungen zurückblicken.

Inzwischen sind sie ein gewohnter Anblick auf Hamburgs Straßen, die gold-schwarzen Elektrobusse des Fahrdienstes Moia. Die flotten Busse flitzen durch die Hansestadt, fahren Kunden mit Stil, Komfort und einer guten Co2 Bilanz durch die Straßen und das zu Preisen, mit denen kein Taxiunternehmen mithalten kann.

 

Seit etwas über einem Monat ist das Ridesharing-Unternehmen nun mit einer Flotte von 100 Elektrobussen in Hamburg aktiv. Die Busse können per App bestellt werden und holen ihre Kunden zu der von ihnen gewählten Zeit an einer der vielen Stationen in der Nähe des Kunden ab. Ein Service der bei den Hamburgern anzukommen scheint. „Wir können bereits auf über 60.000 Buchungen zurückblicken. Die Buchungsanfragen per App liegen ein Vielfaches darüber“, sagte Moia-Sprecher Christoph Ziegenmeyer der Hamburger Morgenpost. Eine Bilanz die sich sehen lassen kann.

 

Ein wichtiger Faktor für Moias Erfolg ist das Umweltfreundliche Image. Denn die Elektrobusse schonen die Umwelt und entlasten damit auch das Gewissen der Benutzer. Das sogenannte „Ridesharing“ ist in diesem Zusammenhang entscheidend, denn bei Moia sitzt man nicht immer allein im Bus, auf dem Weg zum eigenen Zielort können bis zu 5 weitere Personen hinzusteigen, die in dieselbe oder eine ähnliche Richtung wollen. Auf diese Weise sollen die Busse optimal ausgenutzt werden um das Klima bestmöglich zu entlasten. Laut Angaben des Unternehmens liegt die Sharing-Quote bei 60%. Eine Quote die von Moia durchaus positiv gesehen wird.

 

Doch der Service ist auch gut für das Portemonnaie, denn die kleinen Busse sind mit durchschnittlich sechs bis sieben Euro Fahrpreis auch noch kostengünstig. Im ersten Monat kosteten alle Fahrten sogar nur fünf Euro. Damit ist Moia zwar etwas teurer als Bus und Bahn, doch unterbietet der Dienst die Taxipreise dafür um einiges, und das freut die Nutzer. So schreibt beispielsweise Twitter-User Matthias Görtz: „0 Grad in Hamburg – froh dass mein erstes Moia Shuttle 7 Minuten vor geplanter Abfahrt kommt und ich bei Einstieg persönlich begrüßt werde. 5€ für eine warme und stylische Fahrt nach Hause. #win“

 

Und für den Preis bietet Moia auch so einiges, denn wer in den Vans mitfährt erlebt einen Komfort, den man so in nur wenigen Taxis finden kann und der in öffentlichen Verkehrsmitteln häufig völlig fehlt. Die Sitze in den Kleinbussen sind bequem und elegant, außerdem ist der Innenraum modern designt und die Fahrer begrüßen einen freundlich. Die Fahrt wird einem außerdem durch das Wlan und die Stromversorgung an Bord versüßt. In welchem Taxi hat man schon die Möglichkeit sein Handy zu laden während man nebenbei die Lieblingsserie über das Onboard Wifi streamt?

 

Doch noch läuft längst nicht alles rund. Viele Nutzer beschweren sich über ständig ausgebuchte Fahrten und teilweise leere Fahrzeuge. So schreibt zum Beispiel marks726 auf Twitter: „Ganz Hamburg rätselt. #Moia keine Autos verfügbar. Aber fahren leer herum.“ Das rechtfertigt Ziegenmeyer gegenüber der MOPO wie folgt: „Unser Algorithmus findet den optimalen Ausgleich zwischen Dauer der Fahrt und Bündelung von Fahrtanfragen. Droht das bei der Buchung angegebene Zeitfenster eines Kunden überschritten zu werden, werden bis zum Absetzen des Kunden keine neuen Fahrten mehr angenommen, Fahrtanfragen werden abgelehnt. Dadurch kann es bis zur Aufnahme des nächsten Kunden zu einer Leerfahrt kommen.“

 

Schuld an dem Buchungsproblem ist allerdings auch die Justiz, Moia hatte eigentlich geplant 500 Wagen durch die Hansestadt flitzen zu lassen, doch nun kommt es ganz anders. Denn um Taxifahrer zu schützen hat ein Verwaltungsgericht die Anzahl der Fahrzeuge des Unternehmens auf 200 begrenzt und somit Moia die Chance genommen der hohen lokalen Nachfrage entsprechend zu wachsen. "Wir haben viel mehr Anfragen, als wir bedienen können. Wir sind aktuell mit 100 Fahrzeugen in 200 Quadratkilometern unterwegs und dürfen vorerst auch nur 200 Fahrzeuge auf die Straße bringen. Das ist definitiv zu wenig, um wirklich einen Unterschied in der Stadt herbeiführen zu können", so Ziegenmeyer gegenüber dem NDR.

Von Joshua Kind
Veröffentlicht am 26.05.2019