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Amerika vor schwierigen Aufgaben in der Waffendebatte!

Quelle: Pixabay

Der Tag des 19.05.2018 wird wohl vielen Bewohnern Santa Fe's in Erinnerung bleiben. Es ist der Tag, an dem der 17-jährige Dimitrios P. mit einer Waffe in die örtliche High School stürmt und dabei zehn Menschen tötet und viele weitere Schüler verletzt. In Amerika ist dies nun schon der 22. Amoklauf in diesem Jahr. Das entspricht mehr als einer Schulschießerei pro Woche. Damit geht die Schusswaffendebatte in Amerika mal wieder in eine neue Runde.

„Meine Regierung ist entschlossen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um unsere Schüler zu schützen, unsere Schulen zu sichern und Waffen von jenen fernzuhalten, die eine Bedrohung für sich selbst und andere darstellen", beschreibt Donald Trump im weißen Haus. Damit meint der Präsident allerdings nicht, Waffengesetze künftig zu verschärfen. Nein, Donald Trump setzt auf seine ganz eigene Methode. Er will Lehrer und anderes Schulpersonal freiwillig bewaffnen. Um außerdem mehr Kräfte im Umgang mit Waffen zu schulen, soll es staatliche Fördermittel für Schießtrainings geben, kündigte der US-Präsident nun an. Mit seinem Plan wolle er die Schulen in den USA „besser gegen Waffengewalt abhärten''.

Die volle Unterstützung bekommt das weiße Haus dabei vor allem von der Waffenlobby NRA, die sich schon in den vergangenen Jahren immer wieder gegen schärfere Waffengesetze gewehrt hat. Dennoch sind in Amerika noch weit nicht alle dafür. Die amerikanische Lehrvereinigung ,National Education Association' und die Aktivistengruppe gegen Waffengewalt sind die größten Gegner in der Debatte um die Waffengesetze in Amerika. Ihrer Meinung nach wäre es fatal, Lehrer zu bewaffnen und könnte zu einer Eskalation der Gewalt führen, statt wie gewünscht eine solche Ausnahmesituation wie bei einem Amoklauf zu beruhigen.

Das Problem, dass Amerika allerdings schon seit einigen Jahren verfolgt, ist, dass die NRA einen zu starken Einfluss auf die Politik hat. So beschreibt der neue NRA Chef Oliver North im Interview mit einer Vielzahl von Pressevertretern: „Man wird das Gewaltproblem nicht lösen, indem man den gesetzestreuen Bürgern die Rechte nimmt!“ Damit schiebt North das Problem nicht auf die unzureichenden Waffengesetze, sondern versucht dabei auch auf die Sicherheit in Schulen anzuspielen. „Man muss die Örtlichkeit hinreichend absichern, sodass die Kinder hinter verschlossenen Türen sicher sind. Und wenn dafür fünf Metalldetektoren nötig sind, dann gibt es eben fünf Metalldetektoren“, beschreibt er weiter. Wenn die Lösung darin bestehe, Schulen wie Gefängnisse aussehen zu lassen, dann solle man das tun.

Eine äußerst fragwürdige Lösung, die viele Einwohner nicht nachvollziehen können. So darf man sich beispielsweise in Amerika schon ab einem Alter von 18 Jahren eine eigene Waffe zulegen, hingegen aber erst ab 21 Jahren Alkohol konsumieren. Dies wollte Floridas Gouverneur Rick Scott unlängst ändern und das Mindestalter für den Waffenbesitz heraufsetzen. Auch die amerikanischen Unternehmen haben nach dem Florida-Attentat im Februar gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann und haben die Kooperation mit der NRA aufgelöst. Dies müssen Donald Trump und seine Regierung vielleicht auch bald tun, denn der Unmut im Volk wird immer größer! 

Von Leon Schulz
Veröffentlicht am 28.05.2018