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Nachruf

Danke Roger, Danke James

Roger Moore in seiner Rolle als James Bond

Roger Moore war James Bond, James Bond war Roger Moore. Als Bond war er der Größte. Der Unsterbliche. Der, dem alles gelang. Nun ist Moore gestorben.

„Mein Name ist Bond, James Bond“. Wer diesen Satz hört, weiß, worum es geht. Jeder kennt die James Bond Filme und jeder kennt die Bond-Darsteller. Einer von ihnen war Roger Moore. Wenn es einer geschafft hat, das Schwerste leicht wirken zu lassen, dann war er ein großer Schauspieler.

Moore kam nicht aus besseren Kreisen. Am 14. Oktober 1927 wurde er als Sohn eines Polizisten in Stockwell bei London geboren. Nach ersten Träumen von einer Karriere als Maler war für ihn schnell klar, dass er sich der Schauspielerei widmen wollte. Ab 1944 besuchte er die Royal Academy of Dramatic Arts in London. Sein Durchbruch erlangte er mit „Simon Templar“, einer Rolle, in der Moore sein Image formte. Er wurde schnell der smarte elegante und ebenso selbstironische Abenteuerheld.

Mit seiner Rolle als 007 Agent machte er sich in der Schauspielerszene unsterblich. Er verkörperte den Geheimagenten so oft wie keiner seiner fünf Kollegen.

Auch wenn viele Fans Sean Connery als Ur-Bond ansehen, keiner war so durch und durch der Bond mit der Lizenz zum Töten wie Roger Moore. Die bekanntesten Bond Filme mit ihm als Protagonisten sind „Feuerball“ und „Octopussy“. „Octopussy“ (1983) ist sogar einer der wenigen Bond Filme, die auch in Deutschland gedreht wurden.

Moore war aber nicht nur ein großer Schauspieler, er war auch privat ein engagierter Mann. Er schaute nicht nur auf sich, er schaute nicht nur auf den Erfolg. Er schaute auch nach rechts und links und versuchte, der Welt ein wenig zu helfen. Etwa als Unicef-Botschafter. 2003 erhielt Moore das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.

Keiner bestellte so cool wie Moore in den Bond-Filmen den Vodka Martini – geschüttelt, nicht gerührt. Mit Roger Moore verlässt nun der erste der sechs Bond-Agenten die große Bühne, vielleicht der wahre Bond.

Roger Moore starb in Alter von 89 Jahren in der Schweiz.

Von Jakob Silvester Schmidt
Veröffentlicht am 08.06.2017