Grossstadtpapier
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Nachruf

Die Stimme einer Generation

Quelle: Pixabay

Im Alter von 85 Jahren ist US-Autor Philip Roth in New York an Herzversagen gestorben. Großstadtpapier erinnert an den großen Schriftsteller, feinen Beobachter und vielfach ausgezeichneten Romancier.

Jedes Jahr wurde auf diesen einen Namen gewartet. In beinahe jedem Jahr, bei der Verkündung der Literaturnobelpreise stand der Name Philip Roth sowohl bei Buchmachern als auch bei Literaturexperten ganz oben auf der Liste. Und trotzdem hat Roth, obwohl in seiner literarischen Karriere vielfach ausgezeichnet, den wichtigsten Preis der Literaturwelt nie bekommen.

Geboren wurde Roth als Philip Molton Roth am 19. März 1933 in Newark im US-Bundesstaat New Jersey. Seine berufliche Laufbahn begann er als Dozent an verschiedenen Universitäten, bis er 1959 seinen ersten Roman „Goodbye, Columbus“ veröffentlichte. Schon für dieses literarische Debüt erhielt Roth den bedeutenden National Book Award. Es sollte nicht sein letzter Preis bleiben. Knapp 40 Jahre später wurde ihm für "American Pastoral" der Pulitzerpreis für erzählende Literatur zugesprochen.

In seiner aktiven Schriftsteller-Zeit hat Philip Roth mehr als 25 Romane, und eine Vielzahl von Novellen, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Amerikanisches Idyll", und "Der menschliche Makel", das später erfolgreich mit Anthony Hopkins und Nicole Kidman verfilmt wurde.

Weltweit zeigen sich Medien und Wegbegleiter von Roth tief betroffen über seinen Tod. Die New York Times nennt ihn „den überragenden Romanschriftsteller, der Lust, jüdisches Leben und Amerika erkundete“, der Deutschlandfunk schreibt er war „Ein Literat, der zeitlebens niemals Rücksicht nahm“, und die Welt sieht Philip Roth „In einer Liga mit Nabokov, Proust und Tschechow“.

Dass er den Literaturnobelpreis nie bekam, interessierte Philip Roth laut eigener Aussage nicht. Im Interview mit dem Spiegel sagte er: „Ach, der Nobelpreis, daran denke ich nicht.“ Jetzt hat er keine Chance mehr die Aussage, die nur an Lebende vergeben wird, zu bekommen. Aber wie bemerkte der deutsche Autor Peter Glaser bei Facebook passend: „Dass in dem Jahr, in dem Philip Roth stirbt, der Literaturnobelpreis nicht vergeben wird, ist angemessen."

Von Sebastian Günther
Veröffentlicht am 23.05.2018