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Hamburg Attraktionen

Die Wasserlichtspiele leiten Frühling und Sommer ein.

Jeder richtige Hamburger kennt sie, jeder richtige Hamburger besucht sie öfters. Und alle Hamburg Touristen werden hingeschickt: die Wasserlichtspiele in Planten und Blomen. Ein Schauspiel der etwas anderen Art bietet sich den Zuschauern.

Es ist wie Kino ohne Film. Nach der Begrüßung beginnt die erste Filmmusik. Ein Song den beinahe jeder kennt, von jung bis alt. Der Kultfilm „Miss Marple“. Die Wasserfontänen schießen zu den perfekten Momenten in die Höhe, spiegeln den Klang der Musik wieder. Hauchen den Lauten Leben ein. Es ist als würden die Wassermassen und die Musik miteinander verschmolzen sein. Die Fontänen tanzen zu der Musik, führen sie vor, überdauern die Tonlagen und doch schließt sie mit den Klängen ab. Das Schauspiel wird abgerundet durch die Lichtstrahler. Der Kult der Marple Filme wird durch viel Lichteinsatz, der Verwendung von Farben und die Übergänge förmlich auf die Zuschauer übertragen.

Kinofilm ohne Szenen

Als alljährliches Schauspiel locken die Wasserlichtspiele jedes Jahr rund 300.00 Zuschauer nach Planten un Bloomen. Ein kleines Hamburger Zeichen für den Beginn des Frühlings. Dabei sind sie nicht nur nett anzusehen, sondern auch noch aufwendig und energisch. Die seit 1938 bestehenden Wasserfontänen halten sich seit rund 79 Jahren mit nur wenig Restaurierungen als eine der Attraktionen in Hamburg. Touristen werden von Freunden oder Empfehlungen von Internetportalen herangeführt das Filmlose Kino zu genießen. Doch wer sieht den Aufwand hinter der netten Ansicht?

In den Wasserlichtspielen steckt nicht nur ein wenig Musik und perfektes Timing von drei verschiedenen Darstellungselementen. In den 762 Scheinwerfern steckt eine Stärke von knapp 500 Watt. Die Lichtshow sieht sieht mit ihren 95 Tasten Funktionstasten so beeindruckend aus wie ein seltenes Naturschauspiel. Aber auch das beste Schauspiel hat viele Anforderungen.

Wasserverbrauch einer Stadt

Der Name sagt es deutlich, es sind Spiele die durch die Macht des Wassers besonders ansehnlich sind. Der Zuschauer kann die Augen nicht abwenden, ob nun ein Strahl mit Musik erklingt oder nur mit Licht. Doch diese Leistung wird nur erbracht, da zwei Kreiselpumpen das Wasser ansaugen und ein Druckverteiler die richtige Menge auf die 99 Wasserdüsen verteilt. In den 15 Gruppen der Wasserorgel werden dann die einzelnen Fontänen erzeugt. Dass dabei knapp der Wasserverbrauch einer Stadt mit 500.000 Einwohnern entsteht wissen nur die Beteiligten. Die Wasserlichtshow dauert nur eine halbe Stunden, bewegt dabei aber so viel Wasser wie eine Stadt in einer ganzen Stunde. 

Als umweltbewusste Stadt sollte Hamburg trotz jeder noch so anziehenden Attraktion darauf achten, die Umweltstandards zu erfüllen. Denn als einläutendes Wahrzeichen für den Frühling sind die Wasserlichtspiele auch eine hohe Verbrauchsquelle. Denn mit der Verdunstung des Wassers in der Luft sowie tagsüber vorher müssen diese Mengen des Öfteren auch wieder ersetzt werden. Neben den Kosten für die Künstler der Spiele fallen auch die Kosten für den Stromverbrauch an. Als Touristenziel muss die Stadt Hamburg hier jährlich Kosten aufbringen, für die Instandhaltung und Ansehnlichkeit. 

Von Ann Katrin Meier
Veröffentlicht am 14.05.2017