Grossstadtpapier
Nachrichtenportal für Hamburg
Hamburg hilft

Flüchtlinge in Bahrenfeld

Bild: Evangelische Luthergemeinde Hamburg-Bahrenfeld: Hier treffen sich die Flüchtlinge und erhalten Hilfe bei der Integration und bei Asylanträgen (Foto: Ann-Kathrin Schmidt)

Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Hamburg und die Stadt ist überfordert. Der Senat der Hansestadt plant in Altona zusätzlich 1400 Plätze für Asylanten. Aktuell fehlt der Stadt aber der Platz für zusätzliche Notunterkünften und Containerdörfer.

BAHRENFELD – Viele Kinder spielen auf dem Spielplatz vor dem Kindergarten. Manche Eltern sitzen auf Bänken vor dem Cafe und schauen dabei zu. Viele der Kinder sind Flüchtlinge und versuchen dort ihren Kummer zu vergessen.

In Hamburg-Bahrenfeld sollen 1600 neue Notunterkünfte für die Flüchtlinge entstehen. Die Hansestadt ist mehr als überfordert mit dem Flüchtlingsansturm, da es zu wenig Platz für Notunterkünfte und Containerplätze gibt, in denen Flüchtlinge leben können.

Damit die Emigranten in die Gesellschaft integriert werden können, kümmern sich Ehrenamtliche vom Campus der Evangelischen Luthergemeinde Hamburg-Bahrenfeld unter der Leitung von Bärbel Dauber um die Neuankömmlinge.

Flüchtlinge u.a. aus Syrien, Afghanistan und dem Kosovo engagieren sich freiwillig an Projekten, wie der Kleiderkammer, der Gartenarbeit im Luthergarten und der Essensausgabe. Sie wollen sich so bei den Ehrenamtlichen für ihre Hilfe bedanken und etwas zurückgeben.

Hilfsprojekte für Flüchtlinge

Gemeinsam sitzen die unterschiedlichsten Kulturen und Bevölkerungsschichten an zwei Nachmittagen in der Woche bei Kaffee und Kuchen zusammen und unterhalten sich, tauschen sich aus. Flüchtlinge können so auch ihr Deutsch verbessern. Alle Religionen sind hier Willkommen. Die Kinder spielen, basteln und malen gemeinsam im Kindergarten der Luthergemeinde. Für Minderjährige gibt es gezielten Förderunterricht mit Hausaufgabenhilfe und einen separaten Deutschsprachkurs.

Einmal in der Woche bietet der Campus in Kooperation mit der Hamburger Tafel eine Lebensmittelausgabe an, die dankbar von den Flüchtlingen und Obdachlosen angenommen wird. Außerdem helfen auch Lebensmittelketten mit Lebensmittelspenden aus. Für die Asylanten wurde auch eine Beratungsstelle eingerichtet, bei der sie um Rat fragen können, wenn es zum Beispiel um Asyl oder Behördengänge geht. Die Beratung ist auch eine Art Seelsorge für die Vertriebenen, weil sie oftmals keine anderen Ansprechpartner haben. Viele von ihnen fliehen ganz alleine ohne Familie. Oftmals sind es minderjährige Flüchtlinge, die nach Hamburg kommen und Beistand suchen.

Knappheit der Notunterkünfte steigt

Alles fing mit der Erstaufnahme in der Schnackenburgallee an, wo aktuell über 1300 Menschen leben. Es gab dort bei der Gründung keine integrierte Lebensmittelausgabe, keine medizinische Versorgung und keine Kleiderkammer. Heute versucht die Gemeinde Bahrenfeld die Flüchtlinge so gut wie möglich zu unterstützen. Damit die Asylanten und Anwohner noch mehr zueinanderfinden, wurde ein Quartiersmanager beauftragt, sich um die Integration von Migranten zu kümmern und die Kommunikation mit den Anwohnern zu verbessern. Außerdem soll sich das Quartiersmanagement um Notunterkünfte für Emigranten kümmern und die Anwohner noch weiter mit den Asylanten zusammenbringen.

In der Erstaufnahmestelle der Schnackenburgallee und in den Notunterkünften in der Sibeliusstraße leben die Flüchtlinge meist nicht nur wie vorgesehen drei Monate, sondern sechs bis sieben Monate bis sie die Container-Dörfer verlassen können und auf ganz Hamburg verteilt werden. Das Problem ist, dass die Wohnmöglichkeiten für Asylanten immer knapper werden, da vor allem bezahlbare Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt in der Hansestadt sehr begrenzt sind. Dennoch ist der Flüchtlingsansturm ungebrochen groß. Der Hamburger Senat ist überfordert.

Integration in eine buntgemischte Gemeinde

Bahrenfeld ist eine bunte Gemeinde. Wenn man durch die Straßen fährt, sieht man teure Villen in unmittelbarer Nähe zu Schrebergärten, Sozialwohnungen und Notunterkünften. Das Hilfsprojekt "Fördern und Wohnen" versucht Unterkünfte in Containern für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, aber sie reichen bei weitem nicht aus.

„Die Flüchtlinge werden sehr positiv aufgenommen“, so Dauber vom Campus der Evangelischen Luthergemeinde Hamburg-Bahrenfeld. „Solange die Gutmütigkeit der Anwohner nicht überstrapaziert wird, wird es auch ein friedliches Zusammenleben geben“, erzählt Dauber. Daher haben die Bahrenfelder auch nichts gegen die neuen Asylanten, die noch hinzukommen werden. Die Bahrenfelder engagieren sich sogar für eine „Sozialisierung mit den Flüchtlingen“, indem Sie versuchen, die Emigranten so gut wie möglich zu unterstützen und ihnen bei einer schnellen Integration zu helfen.

Auf jeden Fall fühlen sich die Flüchtlinge dort sehr gut aufgehoben. Man sieht es auch an ihrem Engagement, den fröhlichen Gesichter und dem Umgang miteinander. Dennoch haben sie Angst in der Öffentlichkeit über ihr Leben zu sprechen, was stets zu respektieren ist.

Die Akzeptanz gegenüber Asylanten sinkt in letzter Zeit drastisch. Dabei ist es wichtig, dass die Migranten in dieser schweren Zeit einen Ort haben, an dem sie sich aufhalten können.

Falls Sie den Flüchtlingen  helfen wollen, wenden Sie sich an den Luthercampus in Bahrenfeld.

 

Luthercampus

Leitung: Bärbel Dauber

Adresse: Lyserstraße 25, D-22761 Hamburg

Telefon: 040 28515211

Fax: 04028515259

E-Mail: familienzentrum@lutherkirche.net

Von Ann-Kathrin Schmidt
Veröffentlicht am 17.01.2016