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Was wurde eigentlich aus:

IKEA in Altona

Proteste, Unterschriften, Initiativen - Eine der größten Kiezdebatten im Jahr 2010 war die IKEA-Filiale in der Fußgängerzone Altonas. Hamburger befürchteten eine Verkehrsüberflutung und die Atmosphäre einer zweiten Schanze. Den Protesten zum Trotz wurde die erste Innenstadt-Filiale des schwedischen Möbelgiganten auf der Großen Bergstraße im Sommer 2014 eröffnet. Wir fragen uns zwei Jahre später, was wurde aus den IKEA-Gegnern und ihren Befürchtungen?

Fakt ist: Die Hamburger sind stolz auf ihre Große Bergstraße, die in den 70er-Jahren eine der ersten Fußgängerzonen Deutschlands war und Besucher aus ganz Hamburg anzog. Als allerdings im Jahre 2003 IKEAs Vormieter Karstadt aus dem Gebäude auszog und viele andere Läden pleite gingen, verlor die Straße immer mehr an Kaufkraft und Flair, es folgten Sanierungen und Abrisse. Ein Jammer für alle Ladenbesitzer und Cafés, die vor dem Aus standen. Der IKEA-Effekt sollte das ändern und wieder neues Leben in die aussichtslose Fußgängerzone bringen. ,,Die Straße war wie ausgelutscht, kein Leben weit und breit'', erinnert sich eine Hamburgerin zurück. Die Nachbarschaft um den Betonbauten fürchtete allerdings immense Mieterhöhungen und somit die Verdrängung der kleinen und für Altona typischen Läden.
Einige Anwohner hätten dem Viertel ohne IKEA nur noch zwei Jahre gegeben, andere wollten auf keinen Fall das Kapital siegen lassen und die gemütliche Bummelatmosphäre durch ,,Billigmöbel'' und günstige Hot Dogs ersetzen.

Zurück in der Gegenwart

Nach IKEAs Einzug folgten eine Filiale der Restaurant-Kette Vapiano, ein dm-drogerie Markt und viele weitere Läden, die wieder neues Leben in die berühmte Straße hauchten. ,,Vor der Veränderung [durch IKEA] wäre ich nicht auf die Idee gekommen, vor meiner Haustür bummeln zu gehen. Jetzt mach ich das schon mal'', sagt eine Dame aus der Nachbarschaft. 
IKEA spricht für sich - So ist sie die meistbesuchte Filiale Deutschlands und bestätigt den Erfolg von City-Filialen, der auch für den Konzern eine Prämiere war. Fragt man die Anwohner vor ihren Haustüren oder die Kunden, die aus dem IKEA gelaufen kommen, nach ihrer Meinung, hört man meist Dinge wie ,,Ich fand das noch nie schlimm, da kauf ich gerne ein. Konnte den ganzen Hype damals gar nicht verstehen''. 
Auf einmal ist es doch gar nicht mehr so schlimm und keiner möchte sich mehr dagegen ausgesprochen haben. Mittlerweile ist man sich einig und heißt BILLY, HEMNES und Co. willkommen. 

Bei einer Sache sind sich die Hamburger noch einig: ,,Es fehlen noch ein paar Klamottenläden, dann hab ich hier wieder alles, was ich brauch.''

Von Natascha Dammann
Veröffentlicht am 21.11.2016