Grossstadtpapier
Nachrichtenportal für Hamburg
Hamburg/Sport

Make-up, blaue Flecken und viel Aufregung.

Die Plätze 1-3 werden mit tollen Pokalen geehrt.

Die Deutsche Meisterschaft in Hamburg bewies: Cheerleading ist ein harter Wettkampfsport, der trotzdem immer populärer wird.

"Für wen tanzt ihr denn?", das ist eine der häufigsten Fragen an Cheerleader. Kaum jemand weiß, worum es dabei wirklich geht. Die breite Masse kennt nur die typischen Football-Filme, bei denen die Cheerleader am Rande stehen, tanzen und die Sportler anfeuern. Aber es geht auch andersrum. Die Cheerleader werden selbst angefeuert. 

Denn Cheerleading ist mehr als Tanzen und mit den PomPoms wedeln. Die Athleten tragen zwar Make-Up, aber sie müssen auch blaue Flecken in Kauf nehmen. Bei den Deutschen Meisterschaften Mitte Mai in Hamburg zeigte sich wieder einmal: Cheerleading ist nicht nur Show, sondern auch ein harter Wettkampfsport, der immer mehr Zulauf bekommt. Dies wird durch die steigenden Mitgliederzahlen im Cheerleading und Cheerdance Verband Deutschland ebenso begründet. 

Als Markenzeichen von Cheerleadern gelten knappe Uniformen und PomPoms. Aber jeder Cheerleader muss erklären, dass es um mehr geht. Es geht um Stunts, Turnen und nur wenig Tanzen. Es geht darum, eine perfekte Routine vorzuführen und das Publikum komplett außer Atem zu bringen vor Aufregung. 

Der Traum eines jeden Cheerleaders

Der SuperBowl ist eines der größten Sportevents der Welt und alle wissen worum es geht und fiebern international mit den Teams mit. Aber auch beim Cheerleading gibt es eine Weltmeisterschaft, bei der viele verschiedene Teams starten und sich mit den besten der Welt messen. Es ist der Traum von vielen Cheerleadern mindestens einmal bei den Worlds gestartet zu sein. Aber nur wenige erreichen diese Ehre. Dabei kann man sich auch mit anderen Titeln und Meisterschaften zufriedengeben. 

Denn es werden immer mehr Wettkämpfe angeboten, bei denen Teams ihr Können messen und zeigen. Von kleinen Meisterschaften, bei denen eine Teilnahme nur für den Spaß und die Erfahrung stattfindet, bis zu Regionalmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften. Für die diesjährige Deutsche Meisterschaft in Hamburg wurden durch die Vorausscheidungen im Februar und März bereits die Finalisten ausgewählt. Insgesamt starteten 146 Teams bei der Deutschen Meisterschaft in 24 Kategorien. 

Viele Vorbereitungen wie bei jedem Sportevent

Über zwei Tage wurden die Deutschen Meister gekürt. Jedes Team ging in die Endphase der Vorbereitungen, traf letzte Änderungen und verbesserte allerletzte kleine Fehler. Bei den startenden Sportlern stieg die Anspannung. Beim Veranstalter liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die Sanitäter wurden vorgemerkt, die benötigten Materialien wie etwa Taperollen oder Pflaster und Verbände wurden bestellt. Die Pokale und Eventsouvenirs wurden vorbereitet und für das große Wochenende bereitgestellt. 

Wie in jeder Sportart zeichnet Cheerleading sich auch durch seine Wettkampffähigkeit aus. Dabei ist es gar nicht so leicht die verschiedenen Kategorien zu verstehen oder zu unterteilen. Aber es ist möglich. Ein Regelwerk und eine Jury aus mehreren Personen bieten strenge Richtlinien. Und die Teams werden unterteilt. Für jede Altersklasse gibt es Teams: Von Kleinkindern über Jugendlichen bis Erwachsene. Und auch nach Geschlechtern kann unterteilt werden, ob ein Team nur aus Mädchen besteht oder Jungs ebenso teilnehmen. 

Viele Bundesländer in Hamburg zu Gast

Bei der Deutschen Meisterschaft treten jeweils nur die fünf besten Teams aus den Kategorien bei den Vorausscheidungen der Regionalmeisterschaft an. Ein strenger Zeitplan gibt vor, wann welches Team auf die Matte geht. Dabei gibt es nur wenig Spielraum für Pausen. Aus allen Bundesländern treten Teams an. Besonders NRW konnte aus 50 Mitgliedsvereinen im CCVD 16 Teams bei der Deutschen Meisterschaft melden. Hamburg liegt mit nur zwei qualifizierten Vereinen sehr weit unten auf der Rangliste der vertretenden Vereinen. 

Die Veranstaltung war geprägt von vielen unterschiedlichen Routines, die alle den Deutschen Titel erringen wollten. Aber auch einige Elemente von einzelnen Teams lies die Halle beben. Das höchste Ergebnis des ganzen Wochenendes geht mit 9 Punkten an Dolphins Coed aus NRW. Aber auch die Wildcats aus Braunschweig konnten erneut den Deutschen Titel gewinnen und liesen die Halle wie immer um Atem ringen mit umwerfenden Stunts und Pyramiden. Doch auch die Kleinsten konnten sich einen beachtlichen Titel erringen. In der Kategorie Peewee Cheer Level 1 kämpften sich die Tiny Wildcats aus NRW auf den ersten Platz. Erwachsenen wie Kinder fieberten an dem Wochenende für ihre Teams und auch mit den Gegnern mit. 

Von Ann Katrin Meier
Veröffentlicht am 08.06.2017