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Kultur

Neue Konzerthalle am Diebsteich geplant

Mit einer neuen Konzerthalle will der Hamburger Senat die Musikstadt noch interessanter für Veranstalter und Bands machen. Die Halle soll 5000 Personen fassen und somit die neue mittelgroße Konzerthalle der Hansestadt werden.

Schnell geht es bei weitem nicht zu beim Bau des neuen Fernbahnhofs Diebsteich. Schon 2014 wurde die Verlagerung des Altonaer Fernbahnhofes zur jetzigen S-Bahn-Station Diebsteich geplant. Nun sind neue Pläne des Hamburger Wirtschaftssenats aufgetaucht.

 

Der Senat plant laut NDR den Bau einer mittelgroßen Konzerthalle auf dem Gelände der thyssenkrupp Schulte GmbH nahe dem Fernbahnhof. Die Halle soll 5000 Personen fassen und Hamburg als Musikstadt noch beliebter machen. Auch andere positive Effekte werden erwartet. Der Radiosender zitierte in diesem Zusammenhang den Kultursenator Carsten Brosda: "Mit einer solchen Halle an so zentraler Lage würden wir die Musikstadt Hamburg noch interessanter für Musikveranstalter und Bands aus aller Welt machen." Zurzeit wird allerdings noch geprüft ob das Vorhaben umzusetzen ist.

 

Angesichts der aktuellen Renovierung des „Mehr!“ Theaters am Großmarkt um als Spielstätte für das Harry-Potter-Theaterstück zu fungieren und der sich verzögernden Sanierung des CCH steht Hamburg erneut auf absehbare Zeit ohne mittelgroße Konzerthalle da. Eine auf Rock- und Popkonzerte zugeschnittene Halle mit einer Kapazität, die deutlich über den Clubs, aber auch deutlich unter den großen Mehrzweckhallen liegt, fehlt also. Die passende Lösung um diesen Missstand auszufüllen scheint aus Sicht des Senats eine neue Konzerthalle in Altona zu sein.

 

Die neue Halle würde außerdem den Tourismus in der Hansestadt ankurbeln, denn mit den Konzerten kommen auch Besucher nach Hamburg, die oftmals eine Unterbringung benötigen und sich in der Stadt natürlich mit Essen und Getränken eindecken. Damit würde die Konzerthalle nicht nur die Kultur Hamburgs um eine weitere Fassette bereichern, sondern gleichzeitig einen Aufschwung für die hiesige Wirtschaft bedeuten.

 

Doch bevor die Halle gebaut ist kommen auch schon die ersten kritischen Stimmen auf. Denn zurzeit werden gleich drei Hallen dieser Größe gleichzeitig geplant. Das liegt vor allem daran, dass die Hamburger Behörden aneinander vorbeiplanen. So wusste die Behörde für Stadtentwicklung beispielsweise nichts Genaues von den Planungen der Behörde für Wirtschaft. Diese will an der Sternschanze eine Mehrzweckhalle in ähnlicher Größe wie die in Altona bauen, hatte aber nicht mal die Senatoren eingeweiht

 

Eine andere Forderung kommt von der CDU. Die Partei ist der Meinung, dass der Bau einer Arena, die bis zu 8000 Zuschauer fassen kann, für die Hansestadt sinnvoller wäre als eine reine Konzerthalle mit weniger Plätzen. Die Forderung wurde ursprünglich von Marc Evermann, dem Präsidenten des Handball Sport Vereins Hamburg (HSVH) im Interview mit dem Hamburger Abendblatt geäußert: „Aus der Sicht des Leistungssports ist eine Halle für 6000 bis 8000 Zuschauer alternativlos, damit wir in absehbarer Zeit auf einer stabilen wirtschaftlichen Grundlage erstklassigen Sport in Hamburg anbieten können.“  Der CDU-Bauexperte Sven Hielscher, zugleich Präsidiumsmitglied des HSVH sieht in der 47.000 Quadratmeter großen Fläche am Diebsteich die beste Möglichkeit das Projekt umzusetzen. Mit seiner Altonaer Bezirksversammlungskollegin Katharina Blume (FDP) hat Hielscher bereits einen entsprechenden politischen Vorstoß vorbereitet.

Von Joshua Kind
Veröffentlicht am 02.06.2019