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Sag mal Apple, ist das alles?

Eines der fünf 15 Sekunden-Videos mit dem Titel "Faster". Foto: Screenshot Youtube.com

Schneller, einfacher - das iPhone: Mit ihren fünf neuen 15 Sekunden-Werbespots "Switch" will Apple besonders bei Android-Kunden punkten. Trotzdem hagelt es Kritik: Apple mangele es an Kreativität.

Ein zweigeteilter Bildschirm, links auf grauem Hintergrund steht "Your Phone", rechts auf beigem Hintergrund  "iPhone". Ein Mann in Sportklamotten läuft in Zeitlupe von links in das Bild. Als er die Bildschirmmitte überschreitet und in den beigen Bereich gelangt, beginnt er zu rennen. Der Schriftzug "faster" (schneller) erscheint und lediglich ein Schuh des Läufers verbleibt im Bild. 

Die kalifornische Marke Apple dominiert mit ihren Produkten längst den Weltmarkt für Technologie. In den obersten Reihen buhlen sie insbesondere mit Samsung und dessen Android-Bertiebssystem um potenzielle Kunden. Aber gerade Apple hat in den letzten Jahren viele seiner Kunden enttäuscht und kann auch mit seiner aktuellen Werbung für iPhones nicht wirklich Aufmerksamkeit erregen. Die fünf verschiedenen Clips à 15 Sekunden zeigen Situationen, in denen es offensichtlich besser ist, Besitzer eines iPhones statt der eines "normalen" Smartphones zu sein, im direkten Vergleich. Mit einem iPhone hat man laut der Werbung genug Privatsphäre, eine schnelle und leichte Bedienung, sowie eine bessere Musik- und Bildqualität. 

Die zuletzt vorherrschende Meinung über den Technologie-Riesen ist jedoch deutlich: Viel zu viel Hype für zu wenig Innovation.

"Lustig? Nein. Clever? Nicht wirklich." 

Es hat schon viele von ihnen gegeben: Werbungen, in denen verschiedene Unternehmen einer Branche die Kunden des Konkurrenten für sich gewinnen wollten. Ob Burger King gegen McDonalds oder Coca Cola gegen Pepsi - ob öffentlich zugelassen oder nicht, Rivalitäten marktführender Konzerne sind nichts neues und diese mit Humor und Sarkasmus in Werbeformaten auszudrücken, ist sehr beliebt. Apple selbst warb schon einmal mit einem Fernsehspot dieser Art, der anpries, dass Windows jetzt auch auf Mac-Computern genutzt werden kann. In der Werbung personifiziert der US-amerikanische Autor und Humorist John Hodgman in Hemd und braunem Anzug einen Windows-PC, dem es, im Vergleich zu seinem Nachbarn "Mac", personifiziert von Schauspieler Justin Long, ziemlich schlecht geht. Er niest, weil er einen "Virus" hat, fällt in Ohnmacht, weil er "abstürzt" und gibt zu, dass sein Freund Mac eigentlich viel kreativer und besser ist als er. Einen offensichtlicheren Schuss gegen Windows hätte Apple wohl kaum machen können und dieser kam auch beim Fernsehpublikum gut an. Als "ikonisch" oder "zum Brüllen" wurden die kurzen Spots beschrieben.


Aber jetzt, nachdem die neuen Werbespots veröffentlicht wurden, vermissen viele den Humor und die Fantasie hinter dem Apfel-Unternehmen. So auch Mashables Chef-Korrespondent Lance Uranoff: "Um ehrlich zu sein, Apple war schon seit sehr langer Zeit nicht mehr lustig. (...) Die neuen Spots sind zu kurz, um Werbung genannt zu werden und zu abstrakt, um auf irgendeinem emotionalen Level anzudocken."

Enttäuschung schlägt Zufriedenheit

Das iPhone 7 löste 2016 wie jedes andere neu herausgekommene Exemplar große Begeisterung aus, diese hielt sich jedoch nicht besonders lange. Ein wasserdichtes Gehäuse und eine bessere Kamera konnten kaum verschwimmen lassen, dass die Kopfhörer  - genannt EarPods - jetzt kabellos sind. Aussagen wie: "Die verliere ich doch sowieso", oder: "Als ob die mir nicht aus den Ohren fallen würden", überfluteten das Internet und Apple erntete mächtig Kritik. Außerdem beklagten sich Kunden, dass sie nicht nur Entwicklung sehen wollen, sondern auch etwas brandneues. 

Aufgrund dessen und aufgrund der gefloppten Werbefilme, liegen im Moment die Erwartungen an Apple, und ganz besonders auch an das iPhone 8, sehr hoch. ZEIT-Redakteur Patrick Beuth schreibt dazu: "Andererseits erwartet die Fachwelt in diesem Jahr ein besonderes Modell. Weil das aktuelle iPhone 7 vor allem äußerlich nur eine kleine Weiterentwicklung im Vergleich zu den beiden Vorgängergenerationen ist. Weil vor allem Huawei und Samsung mittlerweile die fortschrittlicher erscheinende Technik verbauen und Apple Nachholbedarf hat." 

Wie wäre es denn, wenn Apple eine Lösung dafür finden würde, dass man nicht mehr gleich ein neues iPhone kaufen muss, wenn der Speicherplatz plötzlich nicht mehr reicht? Das wäre doch mal ein Anfang. 

Von Pauline Brenke
Veröffentlicht am 08.06.2017