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Schulen werden Digital

Quelle: pixabay
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Wer von uns hat nicht schon in der Schule lieber am Smartphone gespielt oder hat fast alles nur noch im Internet nachgesehen? Wer erinnert sich noch daran wie toll es war, wenn der Lehrer etwas mit dem Smartboards erklärt hat? Das wird jetzt Alltag an Hamburger Schulen.

Digitalpakt in Hamburg angekommen. Erste Gelder für die Digitalisierung sind auf dem Weg.  

Der zuerst umstrittene Digitalpakt zwischen Schulen und dem Bund wurde am 21.02.19 verabschiedet. Möglich macht es die Lockerung zum Eingriff des Bundes in das deutsche Bildungssystem. Dadurch zahlt der Bund für die nächsten fünf Jahre 5 Milliarden Euro in die Erneuerung und Digitalisierung der deutschen Schulen. 

Für Hamburg ist das eine Summe von insgesamt 128 Millionen Euro zwischen 2019-2023. Mit dem Geld werden die Schulen und Klassenräume auf den neusten digitalen Stand gebracht. Aber auch Fortbildungen für die Lehrkräfte werden davon finanziert. Alle 338 allgemeinbildenden Schulen und 32 berufsbildenden Schulen sollen von dem Geld profitieren. Obwohl viele Schulen bereits mit grundsätzlicher Technik, wie Computern für die Koordinatoren der Klassenstufen, WLAN in den Lehrerzimmern und auch schon Whiteboards in vielen Schulräumen verfügen, fehlen doch immer noch viele Materialien. 

Hamburg verfügt über ca. 13.200 Schulräume. Diese beinhalten auch die Fachräume wie Chemie- oder Physik-Räume. Selbst diese werden technisch aufgerüstet. Besonders Tafeln sollen durch Smartboards bzw. Whiteboards ersetzt werden. Um mit den neuen Tafeln umgehen zu können, gibt es bereits Lehrgänge und Förderprogramme für die Lehrkräfte, um diese im Umgang mit den neuen Schulmitteln vertraut zu machen. Da der Altersdurchschnitt der Lehrkräfte immer jünger wird, sind diese Schulungen nur für eine begrenzte Gruppe wirklich relevant. Die Lehrer über 40. Denn alle anderen unter diesem Altersdurchschnitt sind jung genug um mit den neuen technischen und digitalen Mitteln ohne große Probleme entsprechend umgehen zu können. 

In den Schulungen geht es aber nicht nur um das Erlernen der Smartboards, sondern auch die Anwendung der neuen online Portale mit den Unterrichtsbausteinen, die angewendet werden sollen. Für die Schüler ist dies wohl weniger ein Problem. Immer mehr 13-19 Jährige besitzen ein Smartphone. Aber auch schon jüngere Kinder. Daher wachsen sie bereits früh mit dem technischen Umgang auf und kennen sich auch besser mit vielem Zubehör aus. Dennoch werden die Schulen mit 30.000 Laptops und 15.000 Mikrocomputern ausgestattet. Diese sollen den Durchschnitt von einem Computer auf fünf Schüler verbessern. Aber der eigentliche Gedanke dahinter, ist die Schüler welche kein Smartphone oder Laptop besitzen auszustatten. So sollen Defizite im Unterricht ausgeglichen werden und alle auf dem gleichen Stand mitarbeiten können. Denn Schüler, die eigene Geräte besitzen sollen diese im Unterricht einsetzten dürfen. Aber was ist mit dem Nutzen von nicht-erlaubten Internetseiten?

Für diesen Fall, wird auch das WLAN an Schulen ausgebaut. Obwohl bereits viele Bildungsstätten ans Glasfasernetz angeschlossen sind, besteht an Schulen weiterhin oft eine Einschränkung im Zugriff. Und auch die Schulregeln stimmen nicht mit dem Einsatz überein. Beides muss und wird angepasst. Die Schulregeln werden geändert, sodass der Einsatz eigener Geräte im Unterricht möglich wird. Das WLAN soll mit jugendschutzfiltern eingegrenzt werden. Aber wo liegt da die Grenze? 

Mit dem Besitz eines Smartphones oder Tablets, nutzen die Jugendlichen auch Social Media immer mehr. Diese führen zu sozialem Druck auf die Altersgruppe untereinander. Wer nicht auf Instagram oder Facebook ist, wird gemobbt. Cybermobbing ist besonders in Zeiten der Digitalisierung ein wichtiges Thema. (Zahl einfügen) der Jugendlichen werden über die sozialen Netzwerke gemobbt. Dieses Verhalten überträgt sich auf und aus dem Schulalltag. Da Schüler zwischen 35 und 50 Stunden in der Woche in der Schule verbringen, gilt es hier ebenso auf ein faires Miteinander zu achten. Da die Verantwortung in dieser Zeit bei Lehrern und Schulen liegt, sollten die Bildungsstätten auch über einen verantwortungsvollen Umgang auf und mit Sozialen Medien achten. 

Doch wie wird dieser Aspekt in die neue Digitalisierungsstruktur integriert? 

Bisher nur mi jugendschutzfiltern im Schul-WLAN und eingeschränkten Nutzungsregeln. DA die Lehrer nur auf den Umgang mit dem neuen technologisierten Unterrichtswesen geschult werden, liegt im Umgang mit sozialen Medien eine Bildungslücke vor. Der Zugang zu diesen Portalen (wie etwa Facebook oder Instagram) mag eingeschränkt sein, dennoch bietet die generelle Erlaubnis des Nutzens der Geräte eine weitere Zugangsmöglichkeit. Während der Schulalltag bisher aber auch die Schüler im Sozialen Miteinander unterrichten soll, ist mit der fortschreitenden Digitalisierung beinahe ein Muss, ebenso auf einen sozialen und fairen Umgang mit sozialen Netzwerken zu lehren. Denn je früher Schüler auf diesen Portalen verkehren, desto früher müssen sie auch über die Gefahren und Risiken aufgeklärt werden. Nicht nur durch anderen, auch durch sie selber. Daher ist eine Ergänzung der Fortbildungen für die Lehrkräfte notwendig. Hier sollten auch Regeln und Umgangsformen mit den Online Portalen festgelegt werden. 

Von Ann Katrin Meier
Veröffentlicht am 23.04.2019