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Spiel, Satz, Sieg - Zverev schafft gegen Djokovic die Sensation

Alexander Zverev (Flickr Foto: mirsasha)

Alexander Zverev gehört zu den besten Tennisspielern der Welt: Der 20 Jährige überrascht mit einem Sieg gegen Novak Djokovic und steht nun unter den Top 10 der Weltrangliste.

Es war der erste und einzige Matchball. Das Publikum konnte es kaum fassen, als Alexander Zverev nach 81 Minuten und einem Spielstand von 6:4/5:3 seinen Matchball verwandelte. Damit rückt der 20 Jährige auf Rang 10 der Weltrangliste vor, die beste Platzierung seiner Karriere und die höchste eines deutschen Tennisspielers seit Tommy Haas im Oktober 2007. 

Ein großer Schritt in die richtige Richtung

"Ich werde mich immer an diesen ganz speziellen Sieg erinnern", sagte Zverev:"Ich weiß selber nicht so recht, was ich sagen soll. Es war eines der besten Matches, die ich jemals gespielt habe." Niemand ist mit den Erwartungen an das Spiel gegangen, dass Alexander Zverev dieses Match für sich entscheiden kann, aber dafür wird der Tennis geliebt, weil er immer eine Überraschung mit sich bringt.

Der 20 Jährigen Hamburger droht trotzdem nicht seine Bodenständigkeit zu verlieren. "Auch wenn ich diesen Titel gewonnen habe, werde ich schnell wieder auf den Trainingsplatz zurückkehren, um mein Spiel zu verbessern", lässt er die versammelte Weltpresse wissen. Denn Zverev weiß selber, an diesen Punkt zu kommen, ist die eine Sache, aber dort zu bleiben wird sehr sehr schwierig werden. Mit elf, zwölf Jahren habe er noch gedacht, dass vier Major-Titel bis zum 20. Lebensjahr durchaus möglich sein. "Als ich 16 war, wurde ich realistischer", sagt der hoch aufgeschossene Lockenkopf mit einem Lächeln. "Ich hätte mir nicht vorstellen können, mit 29 in den Top Ten zu stehen. Das ist der Wahnsinn."

Grandioser Aufschlag des Deutschen

Durch den Traumstart von Zverev gelang es ihm mit dem Break 1:0 in Führung zu gehen. Das gab ihm Sicherheit, nie ließ Zverev daraufhin Djokovic in die Nähe eines Breaks kommen. Er entzauberte den Serben unter anderem mit einem druckvollen zweiten Aufschlag. 

Zudem war der neun Jahre jüngere Zverev seinem gegenüber läuferisch überlegen und stand so fast immer perfekt zum Ball. Im ersten Satz reichte das eine Break und im zweiten Durchgang nahm er Djokovic einmal das Spiel zum 2:1 ab und dann zum verdienten 6:3. So konnte der Deutsche nach 1:21 Stunden seinen ersten Matchball verwandeln. 


Die Tücken des Erfolgs 

Dass der Name Alexander Zverev plötzlich unter den Favoriten der French Open auftaucht, ist dem 20 jährigen Hamburger nicht ganz geheuer. Plötzlich mit den großen Erwartungen der Fans anzutreten ist ein ungewohntes Gefühl, sagt Zverev. Er selbst möchte sich noch nicht als Favorit bezeichnen und lieber abwarten und einfach spielen. 

Zusätzlich ist es ein fantastischer Erfolg für den deutschen Tennissport und macht auch Ulrich Klaus sehr stolz. "Die Art und Weise, wie er im Finale den Weltranglistenzweiten Novak Djokovic dominierte, war beeindruckend", befand der deutsche Tennis- Verbandspräsident Ulrich Klaus. 

Insgesamt war es das sechste Finale der ATP Tour von Zverev. Er ist der jüngste Masters-1000-Sieger seit dem Jahr 2007 und der vierte deutsche Spieler nach Michael Stack, Boris Becker und Tommy Haas, der ein solches Turnier gewonnen hat. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Rica Köster
Veröffentlicht am 05.06.2017