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Politik

Wer wählt alles in Hamburg?

Am 26. Mai geht es wieder groß her in Europa. Jeder der über 18 Jahre alt ist und mindestens drei Monate in der EU gewohnt hat darf seinen Stimmzettel an diesem Tag einschmeißen, auch als Brief in den Briefkasten.

„Deutsche, die in Deutschland leben, können ganz normal in der Wahlkabine abstimmen, aber auch per Brief“ Doch wie sieht es eigentlich in Hamburg aus? Wer darf in der norddeutschen Hafenstadt alles wählen gehen? Mit insgesamt 1,4 Millionen Wahlberechtigten liegt Hamburg auf der Tabelle der Wahlberechtigten nach Bundesländern sehr weit unten. Von möglichen 16 Plätzen, liegt Hamburg auf Tabellenplatz 13. Das scheint im ersten Moment sehr schlecht zu sein. Allerdings darf man nicht vergessen, dass in Hamburg „nur“ 1,8 Millionen Menschen leben. Nach dieser Information scheint der Tabellenplatz doch nicht so schlecht wie am Anfang vielleicht gedacht.

Das Wahlverhalten bei den Bundestagswahlen 2017 lässt hoffen, dass erneut viele berechtigte Wähler ihren Stimmzettel abgeben werden. An vorderster Front waren mit dabei die 60- bis 69-jährigen. „Ebenso nutzten fast 80 Prozent der 70-Jährigen […] ihr Wahlrecht.“ Die meisten haben ihre Stimme der CDU oder der SPD gegeben. Anders sieht es bei der jüngeren Generation aus. Dort sind nur etwa 62,1 Prozent wählen gegangen. Das ist kein schlechter schnitt. Allerdings könnte dieses Ergebnis durchaus noch besser aussehen. Kann man an diesem Wählerergebnis erkennen, das sich die jüngere Generation nicht mehr so sehr für die Politik interessiert? Laut einer Statistik gehen nämlich nur 61 Prozent der 15-30-jährigen in Deutschland wählen.

"Ich habe einfach zu wenig Ahnung von Politik, um irgendwo ein Kreuz machen zu können." Das meint nicht nur Markus L. aus Hamburg, sondern auch noch viele mehr. Gründe dafür sind unterandrem, dass es nirgendwo kompakte Infos über die jeweiligen Parteien gibt. "Klar haben wir früher mal die Parteien in der Schule durchgenommen, aber ich fühle mich trotzdem, als hätte ich keine Ahnung." Es ist jetzt auch keine große Hilfe, dass der „Wahl-O-Mat“, welcher als Entscheidungshilfe für anstehende Wahlen, offline gegangen ist. Der Grund dafür ist, dass ein Gericht Kleinparteien dort als benachteiligt sieht.

Doch laut Politikwissenschaftler Andreas Klee macht das auch keinen großen Unterschied. "Es ist relativ normal, dass sich junge Menschen nicht so intensiv für Politik interessieren." Das Interesse für Politik komme anscheinend erst wenn man die „politischen Entscheidungen unmittelbar zu spüren bekommt.“ Aber nicht wählen ist auch keine ideale Lösung. Das beste und aktuellste Thema dafür ist der Brexit. Was viele vielleicht nicht wissen, ist dass wenn mehr berechtigte jüngere Wähler von ihrem Recht gebracht gemacht hätten, dann wäre es vielleicht gar nicht zum Brexit gekommen. Es sind nämlich nur 64 Prozent wählen gegangen. Bei so einem wichtigen Thema, welches die Zukunft bestimmen kann, sollte man nicht leichtfertig handeln. 

Von Jeanine Insam
Veröffentlicht am 22.05.2019