Grossstadtpapier
Nachrichtenportal für Hamburg
Sport

WM Bonus- Wer sahnt ab?

„Toooooor für Deutschland!“ schallt es bald wieder durch alle Städte unseres Landes. Kaum ein anderes Ereignis scheint die Deutschen tatsächlich so zu faszinieren. Beim Halbfinale 2014 saßen fast 30 Millionen Fans an ihren Fernsehgeräten um das Spiel der Deutschen Nationalmannschaft mitzuverfolgen. Mal mit Freunden oder auch alleine sind das fast die Hälfte aller Deutschen, die sich brennend für den Fussball interessieren. Darüber freuen sich vor allem auch Gastronomie und natürlich die Sporthersteller wie etwa Nike oder Adidas:

Nicht mal zwei Minuten war das Nationaltrikot von Nigeria auf dem Markt und schon war es vergriffen. Es ist wohl die Vorgeschichte bei dieser WM, dass ausgerechnet ein fußballunbekanntes Land wie Nigeria alle Umsatzrekorde des Herstellers Nike bricht.  Mit Preisen bis zu 300 oder 400 Euro werden die Stücke nun teilweise auch schon bei ebay verkauft. Nach Angaben des nigerianischen Verbandes gab es inzwischen rund drei Millionen Bestellungen. Das entspricht schon vor der WM einen Umsatz von etwa 255 Millionen Euro. Eine absolut rekordverdächtige Zahl.

Die WM beschert allerdings nicht nur den großen Sportmarken Gewinne, sondern auch die Gastronomie eines Landes boomt. „Es ist schon Wahnsinn, was für einen Andrang  es gibt wenn man publik macht, dass man die WM zeigt“ beschreibt  Restaurantbesitzer Thomas Wolters. „Oft muss bei der WM zusätzlich Personal eingestellt werden. Außerdem muss vieles funktionieren und gerade laufen, damit die Gäste natürlich auch nicht zu lange auf ihr Essen warten.“ Es ist also auch für Restaurants eine Aufgaben um zu wachsen und so vor allem auch neue Kunden an Land zu ziehen: „Das ist natürlich das Ziel, das die Leute auch wiederkommen und nicht nur zur WM da sind!“

Zu den Unternehmen, die gute Geschäfte mit der WM machen, zählt auch Panini - mit kleinen Tütchen. Der Sammelbilder-Hersteller erwirtschaftete durch das Turnier in Südafrika einen Rekordumsatz in Höhe von 95 Millionen Euro. „Das Geschäft mit Fußball-Stickern hat 2010 rund ein Drittel des Verlagsumsatzes ausgemacht“ beschreibt Geschäftsführer Frank Zomerdijk im Gespräch mit dem Spiegel. Zur WM sind mehr als 100 Millionen Tüten mit den Sammelbildern verkauft worden. Und nicht nur die Bilder gehen bei der WM weg, wie nichts Gutes. Auch der Einzelhandel profitiert von dem Verkauf von Fanartikeln wie Tröten, Schals und so weiter. „Da denke ich sorgt die Weltmeisterschaft sicherlich für ein Umsatzimpuls von ein bis zwei Prozent“ beschreibt Brigitte Nolte vom Handelsverband Nord der Tagesschau.

Das Spiel bringt also einiges mit um sich zu amüsieren und treibt dazu auch noch die Wirtschaft voran. Es kann also schon bald losgehen mit der WM. Am 17.06 absolviert die deutsche Nationalmannschaft dann das erste Gruppenspiel um 17 Uhr gegen Mexiko.

Von Leon Schulz
Veröffentlicht am 12.06.2018