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Zeitumstellung - Sind die Hamburger zufrieden mit dem EU-Beschluss?

Quelle: Laura Czypull

Ein Stimmenfang zum Beschluss der EU-Kommission: Die Hamburger sind sich fast einig. Nur welche Zeit nun die bevorzugte ist, wirft noch Fragen auf.

„Man muss doch nicht immer allem einen Namen geben: Ob nun Winter- oder Sommerzeit- das ist doch völlig egal. Wir brauchen die natürliche Zeit, die für unseren Körper am besten ist.“ Dies ist nur eine der vielen verschiedenen Meinungen zum Beschluss der EU-Kommission bezüglich der Zeitumstellung.

Wir von Grossstadtpapier waren für euch in der Hamburger Innenstadt unterwegs und haben 100 Passanten nach ihrer Meinung zum EU-Kommissionsbeschluss befragt:

Unsere Umfrage zeigt, dass sich die Mehrheit der Befragten mit der Entscheidung unserer EU-Kommission identifizieren kann. Es sprechen sich 71% für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Dagegen sind die 14%, die unzufrieden mit der Entscheidung sind, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Fast dieselbe Anzahl der Befragten, nämlich 15%, können sich keiner eindeutigen Meinung zuordnen. Dies ist diversen Gründen geschuldet. 

„Wie passend, gerade heute morgen haben meine Tochter und ich noch über das Thema Zeitumstellung gesprochen.“ Reaktionen wie diese fielen nicht selten im Laufe der Befragung. Daraus lässt schließen, dass dies momentan ein sehr kontroverses Thema innerhalb der Bevölkerung ist.

„Der ursprüngliche Gedanke, Energie durch die Zeitumstellung einzusparen, wurde nicht erfüllt.“ Mit dieser Meinung ist ein Hamburger Fahrrad Kurier nicht alleine. 

Denn die Zeitumstellung existiert erst seit 1980 in Deutschland. Die Idee dahinter: Energieeinsparung durch bessere Ausnutzung des natürlichen Lichts. Generation Z ist damit aufgewachsen, die Uhren zwei Mal im Jahr umzustellen. Die Elterngeneration kennt es jedoch noch anders und kann sich deshalb noch eher vorstellen zum Alten zurückzukehren, als die Generation Z. Diese wird sich ab 2021 ein wenig umgewöhnen müssen.

Nun erübrigt sich die Frage, ob man 2020 ein letztes Mal seine Uhren um eine Stunde vor- oder zurückstellen sollte, da der Beschluss der EU-Kommission keine andere Debatte dazu mehr zulässt. Dafür gilt es jetzt aber eine viel wichtigere Frage zu beantworten: Dauerhafte Sommer- oder Winterzeit? 

Dazu tagen die EU-Verkehrsminister- die in diesem Fall die EU-Mitgliedsstaaten vertreten- am 6. Juni 2019. Der EU-Rat und das EU-Parlament verabschieden dann voraussichtlich im Herbst 2019 ein eindeutiges Gesetz, welches die individuelle Entscheidung der einzelnen EU-Staaten beinhaltet. Diese Entscheidung muss bis April 2020 vorliegen, um einen Flickenteppich, der noch mehr Zeitzonen in Europa mit sich bringen würde, zu verhindern. 

Wenn es nach der Meinung der Hamburger geht, liegt die Winterzeit ganz klar vorne: 

„Bei der Entscheidung, welche Zeit gewählt werden sollte, denke ich ganz klar an meine Kinder, die im Falle der ganzjährigen Sommerzeit im Dunkeln zur Schule gehen müssten.“  

Neben dem hierbei angesprochenen Thema der vermehrten Verkehrsunfälle wegen schlechter Sicht und Dunkelheit, machen sich viele Menschen ebenfalls Sorgen um den in Mitleidenschaft gezogenen Biorhythmus. Die dauerhafte Sommerzeit würde diesen im Winter zusätzlich belasten.

Vor allem die älteren Generationen vertreten die Meinung: „Back to the roots.“ Also zurück zur Winterzeit, wie es vor 1980 üblich war. Das geht deutlich aus unserer Umfrage hervor.

Sollte sich die EU momentan wirklich so lange mit der Debatte um die Zeitumstellung beschäftigen? Diese Frage stellt sich nicht nur die Hamburger Passantin, die es hiermit sehr passend auf den Punkt bringt: „Die Zeitumstellung ist gerade nicht unser größtes Problem.“ Der Fokus der Regierungen sollte vielmehr auf wichtigere Themen gelegt werden. 

Besonders auf Regierungsebene muss sich also die Frage gestellt werden, ob dieses Thema so viel Relevanz besitzt, dass es jahrelang diskutiert werden muss. Bevor es im EU-Parlament zum Problem gemacht wurde, gab es wenige, die sich dafür eingesetzt haben, in diesem Punkt für Veränderung zu kämpfen.

Von Laura Czypull und Shiva
 Oskui
Veröffentlicht am 06.04.2019