Grossstadtpapier
Nachrichtenportal für Hamburg
Kultur

Zwischen Geschwindigkeit, Gerechtigkeit und Familie

Mit jedem Film werden die Autos besser und noch schneller.

Der neue Teil von Fast and Furious 8 hatte bereits vor den Dreharbeiten mit vielen Konflikten zu kämpfen. Ob die Veränderungen in der Crew und dem Storyboard dabei helfen auszublenden, dass ein wichtiger Star fehlt? Und wie wird das Andenken an Paul Walker mit dem Film weiterhin geehrt?

Ein kurzes drehen des Schlüssels, ein lautes Aufheulen des Motors, ein leichtes Brummen des Gestelles. Und dann geht es los, der Fuß geht von der Bremse, das Auto schnellt nach vorne. Im Rückspiegel sieht man nur Staub und die verschwimmenden Lampen des anderen Autos. Seit Jahrzehnten begeistern die Fast and Furious Filme die Fans mit Aktion, Adrenalin und Familienbanden. Die weltberühmten Autofilme sind neben Star Wars oder Herr der Ringe wohl eine der berühmtesten und erfolgreichsten Filmserien. Mit dem Kinostart von Fast and Furious 8 am 13. April in Deutschland wurden innerhalb des Osterwochenendes schon 13,6 Millionen Dollar eingespielt. Beinahe ein Rekordergebnis mit 1,33 Millionen verkauften Eintrittskarten.

Der Tod von Paul Walker wirft dunkle Schatten

Mitten beim Dreh von Fast and Furious 7 starb einer der Hauptdarsteller, Paul Walker, ausgerechnet bei einem Autounfall. Der Dreh wurde für Monate unterbrochen, in die Herzen der Familie, Crew und Fans wurde ein Loch gerissen. Die Trauer um den Star war groß. Nachdem der siebte Teil dann beendet war, ging die Diskussion um eine weitere Fortsetzung los. Niemand wusste, ob es ohne dieses wichtige Mitglied möglich wäre, ob die Filmreihe weiter fortgeführt werden könnte. Nur kann der Film genauso gut werden wie alle anderen, ohne einen Teil des Crew-Herzens?!

Der achte Teil der Autofilme steht nicht nur vor der Herausforderung, eine epische Reihe fortzusetzen, sondern auch davor, ein essentielles Crew-Mitglied zu missen. Nachdem der siebte Teil mithilfe des Bruders fertiggedreht und in Walkers Ehren gezeigt wurde, muss der achte Teil sich ohne den Star behelfen. Der Actionstreifen folgt weiterhin dem typischen Muster, zwischen Autorennen, dem Kampf um Gerechtigkeit und das Ausschalten eines neuen Widersachers. Es tritt mit einer neuen Bedrohung im Zeitalter der Digitalisierung auf und bedroht wieder einmal die ganze Welt mit der Kontrolle durchs Internet und Atomwaffen. Ein Machtkampf um die Sicherheit der Welt beginnt. Und zwischendrin versucht Hauptdarsteller Vin Diesel etwas für ihn noch wichtigeres zu beschützen: Sein Kind. 

Neue Crewmitglieder bringen neues Blut

Dafür wurden neue und alte Stars eingefügt. Das Team um Dominic Toretto wuchs um viele neue Mitglieder, alte wie neue. Der wohl überraschendste war Jason Statham in seiner bösen „Geist-Rolle“, wie er aus dem siebten Teil bekannt war. Seine Szenen waren wie bereits zuvor in Verbindung mit Dwayne Johnson ein Kampf der Giganten. Beide sehr stark, charaktertechnisch und körperlich gleichauf. Und doch nähern sich die beiden einander freundschaftlich an, mit jeder Minute des Filmes. Durch den Aufbau seines Charakters findet sich Statham schnell in das Team ein und ersetzt Walker nicht, aber bietet eine gute Übernahme für die Rolle.

Neue Kämpfe um die Sicherheit der Welt

Dass die Bedrohungen größer werden scheint angemessen, sich mit der steigenden Popularität auch neuen und größeren Herausforderungen zu stellen, ist eine gute Möglichkeit, das zu erreichen. Aber mit der fortschreitenden Digitalisierung und Technologisierung der Welt kamen auch sehr anstrengende Gegner. Die Helden mussten um die Welt rasen um eben diese zu schützen. Die Bedrohungen kamen durch verschiedene Erfindungen, wie eine Emp Kanone, die eine ganze Stadt vom Strom abschneiden kann, ein Überwachungssystem, dass jeden überall auf der Welt findet. Laut Filmaussagen „hätte man Osama bin Laden damit innerhalb von Stunden finden können, egal wo er sich versteckt hat“. Die Waffen sind nicht mehr nur Kanonen und Autos, sondern das Internet und die Vernetzung der Welt. Wer Macht haben will, klaut kein Geld mehr oder Autos. Wer Macht will, verschafft sich mithilfe des Internets Zugang zu geheimen Behörden und bringt Atomwaffen und Codes unter seine Kontrolle.

Weitere Gespräche zu Fast and Furious 9 sind bereits leise zu hören. Ob die Crew jetzt weiterhin in dieser Besetzung bleibt oder sich neue oder alte Mitspieler zeigen, ist noch unklar. Aber sicher ist auf jeden Fall, dass die Liebhaber der Autofilme sich auf weitere rasante Rennen- und Action-Szenen freuen können. Die Toretto Familie wird immer der Dreh- und Angelpunkt bleiben, auch ohne Paul Walker, dessen Rolle jedoch nie ganz ersetzt werden kann.

Von Ann Katrin Meier
Veröffentlicht am 01.06.2017